Die Bitcoin Preisfindung wird oft mit Wertverlust verwechselt, dabei sind Volatilität und Kaufkraftverlust zwei verschiedene Dinge. Der Beitrag ordnet Bitcoins Kursschwankungen ökonomisch ein.

Bitcoins Volatilität im Vergleich: Ein junger Markt findet seinen Preis

Die Bitcoin Preisfindung sorgt seit Jahren für Debatten, weil starke Kursschwankungen oft vorschnell mit Wertverlust gleichgesetzt werden. Dabei handelt es sich um zwei getrennte Phänomene mit unterschiedlichen Ursachen.

Bitcoin existiert erst seit 2009 und ist damit im Vergleich zu Gold oder Staatsanleihen ein sehr junger Markt. Solche Märkte reagieren empfindlicher auf Nachfrageänderungen, was zu stärkeren Kursausschlägen führt. Diese Bitcoin Preisfindung entsteht ausschließlich über Angebot und Nachfrage, ohne Eingriff einer Zentralbank. Mehr zu den Ursachen erklärt Bitcoins Volatilität im Detail. Mit wachsender Marktreife dürfte sich die Schwankungsbreite verringern, was eine Erwartung bleibt, keine Gewissheit.

Warum Kaufkraftverlust und Volatilität zwei verschiedene Dinge sind

Volatilität beschreibt kurzfristige Preisschwankungen um einen Mittelwert. Kaufkraftverlust dagegen beschreibt einen anhaltenden, strukturellen Rückgang der Kaufkraft einer Währung. Beide Begriffe folgen unterschiedlichen Mechanismen.

Der US-Dollar hat seit der Aufhebung der Goldbindung 1971 nach dem Verbraucherpreisindex rund 88 Prozent seiner Kaufkraft verloren, ein Prozess über Jahrzehnte. Bitcoins Kursschwankungen verlaufen dagegen in beide Richtungen über kurze Zeiträume, ohne dass daraus automatisch ein Trend folgt. Für die Bitcoin Preisfindung bedeutet das: Ein volatiler Markt zeigt lediglich, dass er seinen Gleichgewichtspreis noch sucht, kein schwaches Geld.

Der Dollar seit 1971: Kaufkraftverlust durch Geldmengenausweitung

Der Dollar verlor seit 1971 kontinuierlich an Kaufkraft, weil die Geldmenge Jahr für Jahr stärker wuchs als die Gütermenge. Dieser Kaufkraftverlust folgt keiner Schwankung, sondern einer strukturellen Ursache: der laufenden Geldmengenausweitung durch die Zentralbank.

Hier liegt der Unterschied zur Bitcoin Preisfindung: Bitcoins Angebot ist protokollarisch auf 21 Millionen Einheiten begrenzt, Preisbewegungen entstehen allein aus Nachfrageänderungen, nicht aus zusätzlicher Geldschöpfung. Aus Sicht der Österreichischen Schule sind Preise, auch volatile, kein Störfaktor, sondern ein Kommunikationsmittel. Friedrich August von Hayek beschrieb Marktpreise als Verfahren, mit dem verstreutes Wissen einzelner Marktteilnehmer gebündelt wird.

Übertragen auf Bitcoin bedeutet das: Volatilität und Information hängen zusammen, weil jede Preisbewegung neue Einschätzungen über Angebot und Nachfrage widerspiegelt. Saifedean Ammous ordnet Bitcoins Kursverlauf so als Ausdruck eines Gutes ein, dessen Marktwert sich erst etabliert, während sein festes Angebot es strukturell von inflationären Währungen unterscheidet.

Dass sich Bitcoins Volatilität mit zunehmender Marktreife dauerhaft verringert, bleibt eine Erwartung der Österreichischen Schule, kein bewiesener Fakt. Über künftige Kurse trifft dieser Text keine Aussage. Festzuhalten bleibt: Bitcoins Volatilität ist kein Anzeichen für Wertverlust, sondern Ausdruck eines jungen Marktes, während der Kaufkraftverlust des Dollar aus einer klar benennbaren geldpolitischen Ursache entsteht.

Im vorherigen Bildungsartikel berichteten wir über die Stufen der Monetarisierung von Bitcoin.

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