Chinas Gold Reserven haben mit 2.313 Tonnen einen neuen Höchststand erreicht. Gleichzeitig ist Pekings Anteil an US-Staatsanleihen auf 7,5 Prozent gefallen. Das ist der niedrigste Wert seit über zwei Jahrzehnten.
Von 395 auf 2.313 Tonnen in 25 Jahren: Pekings Gold-Aufbau im Überblick
Im Jahr 2000 hielt China 395 Tonnen Gold. Bis 2005 wuchs der Bestand auf 600 Tonnen, bis 2010 auf 1.054 Tonnen. Danach beschleunigte sich der Aufbau. 2015 meldete die chinesische Zentralbank 1.658 Tonnen, 2020 waren es bereits 2.010 Tonnen.
Laut dem World Gold Council hat die PBOC im März 2026 weitere 5 Tonnen zugekauft, den 17. Monat in Folge.
Chinas Gold Reserven machen inzwischen rund 9 Prozent der gesamten Devisenreserven aus. Im Vergleich zu westlichen Zentralbanken ist das gering. Die USA halten über 70 Prozent ihrer Reserven in Gold. Doch die Richtung ist eindeutig. Peking baut systematisch Gold auf und reduziert gleichzeitig Dollar-Anlagen.
26 Prozent Höchststand, 7,5 Prozent heute: Chinas Rückzug aus US-Staatsanleihen
Parallel zum Gold-Aufbau hat China seinen Anteil an US-Staatsanleihen massiv reduziert. Um 2010 hielt Peking rund 26 Prozent aller von Ausländern gehaltenen US-Schulden. Das war der historische Höchststand. Seitdem fällt der Anteil kontinuierlich. 2015 lag er bei 18 Prozent, 2020 bei 10 Prozent. Heute sind es noch 7,5 Prozent.
In absoluten Zahlen hielt China zuletzt rund 680 Mrd. US-Dollar in US-Anleihen, der tiefste Stand seit 2008. Japan liegt bei rund 1,2 Billionen. China ist damit nicht mehr der größte ausländische Gläubiger der USA. Die Verschiebung ist kein kurzfristiger Trend, sondern eine strategische Entscheidung über 15 Jahre.
Wie Chinas Reserveumbau die Rolle des Dollars langfristig schwächt
China tauscht Forderungen gegen ein verschuldetes System gegen einen physischen Wertspeicher mit begrenztem Angebot. Gold kann nicht gedruckt, sanktioniert oder entwertet werden. US-Staatsanleihen hingegen sind Versprechen eines Staates, dessen Schulden inzwischen über 36 Billionen US-Dollar betragen.
Dieser Reserveumbau zeigt ein Muster, das über Geopolitik hinausgeht. Wenn ein Staat systematisch aus Schuldtiteln aussteigt und stattdessen auf knappes Geld setzt, signalisiert das ein verändertes Vertrauen in die bestehende Geldordnung. Gold erfüllt diese Funktion seit Jahrtausenden.
Bitcoin erfüllt sie seit 2009, mit einem Unterschied: Sein Angebot ist nicht nur begrenzt, sondern programmiert und überprüfbar. Beide sind keine Verbindlichkeiten einer Gegenpartei. Ob Staaten langfristig auch Bitcoin als Reserveinstrument betrachten, bleibt offen. Die Anreize, die den Gold-Aufbau treiben, gelten strukturell auch für Bitcoin.
Wir berichteten über Ray Dalios Einordnung der zusammenbrechenden Weltordnung.





