Acht US-Handelsverbände fordern in einem gemeinsamen Brief eine strengere Stablecoin Regulierung im CLARITY Act, einen Tag vor der Schlüsselabstimmung im US-Senat. Sie warnen vor Einlagenabflüssen aus Banken durch zinsähnliche Stablecoin-Belohnungen.
Acht Verbände fordern härtere Stablecoin-Limits
Acht US-Handelsverbände haben am Montag, den 14. September 2026, in einem gemeinsamen Brief eine strengere Stablecoin Regulierung im CLARITY Act gefordert, einen Tag vor der Schlüsselabstimmung im US-Senat. Adressiert war das Schreiben an Mehrheitsführer John Thune und Minderheitsführer Chuck Schumer. Zu den Unterzeichnern zählen die American Bankers Association, das Bank Policy Institute und die Independent Community Bankers of America.
Die Verbände kritisieren, dass der aktuelle Entwurf Ausnahmen zulässt, über die Kryptounternehmen zinsähnliche Belohnungen auf Stablecoins auszahlen könnten. Aus ihrer Sicht öffnet das eine Lücke, durch die Kundengelder aus klassischen Bankeinlagen abwandern.
Banken fürchten Depositen-Exodus
Im Zentrum der Kritik steht ein im Entwurf vorgesehener Sicherheitsmechanismus, der erst eingreifen soll, wenn Stablecoins bereits zu spürbaren Einlagenverlusten bei Banken geführt haben. Die Verbände halten diesen Circuit Breaker laut ihrem Brief an den Senat für unzureichend, weil er erst nach einem bereits eingetretenen Abfluss reagiert.
Weniger Einlagen bedeuten für Banken weniger Spielraum für die Kreditvergabe, da klassische Institute Kundengelder als Zinsreserven für Darlehen nutzen. Je mehr Guthaben in verzinste Stablecoins abwandert, desto knapper wird diese Refinanzierungsbasis. Genau hier setzt die von den Verbänden geforderte Stablecoin Regulierung im CLARITY Act an. Kryptounternehmen halten dagegen, Stablecoin-Belohnungen müssten erhalten bleiben, die Branche brauche vor allem klare Bundesregeln.
CLARITY Act und die Zinsreserven
Der CLARITY Act befindet sich weiterhin im Gesetzgebungsprozess: Das Repräsentantenhaus verabschiedete eine eigene Fassung bereits im Sommer 2025, der Senat stimmt aktuell über seine Version ab. Ob die von den acht Verbänden geforderte schärfere Stablecoin Regulierung im CLARITY Act noch Eingang in den Text findet, ist offen.
Der Streit um die Zinsreserven ist im Kern ein Wettbewerb zweier Geldformen: Bankeinlagen, die über Kreditvergabe vermehrt werden, und Stablecoins mit fixierter Deckung. Wessen Ersparnis stärker von künftiger Geldmengenausweitung betroffen ist, entscheidet sich auch über diese Wahl.
Kurzfristig entscheidet die Abstimmung im Senat, ob die schärferen Auflagen der Banken in den Gesetzestext einfließen. Bis zu einer endgültigen Fassung bleibt der CLARITY Act ein Entwurf, kein geltendes Recht.
Wir berichteten über den Weg des CLARITY Act zur Senatsabstimmung.




