Nach einem Bitcoin-Diebstahl von rund 130 Mio. US-Dollar hat Coinkite ein Firmware-Update mit verbesserter Coldcard Firmware-Sicherheit veröffentlicht. Nutzer müssen künftig selbst Zufälligkeit zur Seed-Generierung beisteuern.

Firmware-Patch schließt mehrere Sicherheitslücken

Coinkite hat am 21. August 2026 ein Firmware-Update für seine Coldcard-Geräte veröffentlicht und reagiert damit auf einen Diebstahl von rund 130 Mio. US-Dollar in Bitcoin. Die überarbeitete Coldcard Firmware-Sicherheit soll verhindern, dass Angreifer erneut über schwache Zufallszahlen an private Schlüssel gelangen. Auslöser war ein Fehler in der Seed-Generierung, der seit März 2021 unentdeckt im Code steckte.

Betroffen war Firmware-Version 4.0.1, die die Entropie mancher Seeds von 128 auf rund 40 Bit reduzierte. Die neuen Versionen 5.6.1 für Mk4 und Mk5 sowie 1.5.1Q für das Modell Q ersetzen den Pseudo-Zufallszahlengenerator Yasmarang durch SHA-256 Hash_DRBG und heben die Coldcard Firmware-Sicherheit spürbar an. Zusätzlich prüft die Firmware, ob der Zufallszahlengenerator der Hardware korrekt arbeitet.

Exploit offenbart Vertrauenskrise in Hardware-Wallets

Der Exploit gilt als einer der größten bekannten Angriffe auf eine Hardware-Wallet. Ab dem 30. Juli 2026 erbeuteten Angreifer Bitcoin von mehr als 5.200 Adressen mit fehlerhaft erzeugten Seeds. Coinkite bestätigte den Vorfall in einer Sicherheitswarnung und rief Nutzer auf, Bestände auf neu erzeugte Seeds zu übertragen. Alte Seed-Phrasen gewinnen laut Hersteller ihre Sicherheit nicht automatisch zurück. Der Fall zeigt ein Problem: Nutzer müssen der internen Zufallszahlengenerierung vertrauen, ohne sie selbst prüfen zu können. Bei einem Gerät für Selbstverwahrung ist ein jahrelang unentdeckter Fehler darin ein Vertrauensproblem über den Einzelfall hinaus.

Dezentralisierte Schlüsselerzeugung als neuer Standard

Um das Vertrauensproblem zu entschärfen, verlangt die neue Firmware künftig eine eigene Zufallsquelle bei der Seed-Generierung. Coldcard-Besitzer müssen mindestens 65 Tastenanschläge, 50 Würfelwürfe oder 128 Münzwürfe eingeben, die das Gerät mit eigener Zufälligkeit verrechnet. Diese Seed-Generierung Sicherheit soll verhindern, dass ein einzelner Fehler im Zufallsgenerator erneut ausreicht. Die Coldcard Firmware-Sicherheit hängt damit nicht mehr allein von fehlerfreiem Code bei Coinkite ab, sondern verteilt sich auf Nutzer und Hardware.

Wer Bitcoin selbst verwahrt, trägt auch die Verantwortung für die eigene Schlüsselerzeugung, nicht nur für die Aufbewahrung des fertigen Seeds. Ein zentraler Hersteller bleibt dabei ein Gegenparteirisiko, solange Nutzer dessen Code nicht selbst prüfen können.

Für Coldcard-Besitzer mit älteren Seeds bleibt die Konsequenz, die neue Firmware zu installieren und Bestände auf frisch erzeugte Schlüssel zu übertragen. Ob weitere Hersteller ähnliche Schwächen offenlegen, ist offen.

Wir berichteten über den Coldcard-Hack und die Verwahrungsrisiken bei Hardware-Wallets.

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