Coinkite warnte am 30. Juli 2026 vor einer Lücke bei der Bitcoin Hardware-Wallet Sicherheit der Coldcard Mk3. Parallel untersuchen Experten einen Abfluss von 594 Bitcoin im Wert von 38,3 Mio. US-Dollar.
Coldcard Mk3: Sicherheitslücke bei der Seed-Generierung
Coinkite warnte am Donnerstag, 30. Juli 2026, alle Nutzer der Coldcard Mk3 vor einem Risiko für die Bitcoin Hardware-Wallet Sicherheit: Eine Schwachstelle bei der Seed-Generierung kann private Schlüssel vorhersehbar machen. Betroffen sind Geräte, auf denen zwischen Firmware-Version 4.0.1 und 5.0.3 ein Seed erzeugt wurde.
Der Fehler steckt laut Coinkite bereits in Firmware 4.0.0 aus dem März 2021: Die Geräte übersprangen ihren Hardware-Zufallsgenerator und griffen stattdessen auf eine vorhersehbare, softwarebasierte Schlüsselerzeugung zurück, initialisiert mit nicht geheimen Chip-Daten. Als bestätigt verwundbar gilt der Pfad für Firmware zwischen 4.0.0 und 4.1.9.
Coinkite empfiehlt allen betroffenen Nutzern, ihre Bitcoin-Bestände auf einen neu erzeugten Seed zu migrieren. Die Bitcoin Hardware-Wallet Sicherheit bleibt bis dahin von dieser Migration abhängig. Eine BIP-39-Passphrase mildert das Risiko nach Herstellerangaben nur teilweise.
38 Millionen Dollar Bitcoin Drain offenbart Systemfragilität
Parallel zur Warnung untersuchen Sicherheitsexperten einen Abfluss von rund 594,48 Bitcoin, umgerechnet etwa 38,3 Mio. US-Dollar. Die Coins wurden am 30. Juli 2026 zwischen 1:31 und 1:56 Uhr UTC aus rund 500 Wallets mit nur einer Signatur abgezogen, ein Zeitfenster von 25 Minuten.
Nach einer vorläufigen Analyse von Rob Hamilton, Chef des Versicherers AnchorWatch, wurden 1.324 nicht ausgegebene Transaktionsausgänge über 500 Transaktionen innerhalb von drei Blöcken bewegt. 562 Bitcoin flossen anschließend auf eine einzige Adresse. Weitere Angaben veröffentlichte Coinkite auf seiner offiziellen Sicherheitsseite.
Ein technisch belegter Zusammenhang zur Seed-Generierungslücke ist bislang nicht bestätigt. Beide Fälle werden getrennt untersucht.
Dezentralität unter Beobachtung: Lücken als Erinnerung an Eigenverantwortung
Der Vorfall lenkt den Blick auf die Verwahrungskontrolle Bitcoin: Wer Coins selbst verwahrt, übernimmt auch die Verantwortung für die Qualität der zugrunde liegenden Zufallsquelle. Eine fehlerhafte Firmware kann genau jene Kontrolle aushöhlen, die für die Bitcoin Hardware-Wallet Sicherheit eigentlich sorgen soll.
Dezentrale Verwahrung verschiebt Risiko von der Börse zum einzelnen Gerät. Sie beseitigt es nicht. Fehler in Firmware oder Zufallsgenerator wirken sich damit direkt auf den Besitzer aus, ohne dass eine dritte Partei haftet.
Für Nutzer mit betroffener Coldcard-Mk3-Firmware bleibt die Migration auf einen neuen Seed die einzige gesicherte Reaktion. Ob sich der Abfluss vom 30. Juli auf dieselbe Schwachstelle zurückführen lässt, ist noch offen.
Wir berichteten über die Sicherheitsgrenzen von Hardware-Wallets bei der Selbstverwahrung.





