FOMC-Protokoll zeigt: Die Fed stellt Inflation klar über den Arbeitsmarkt. Zinssenkungen im September stehen damit zunehmend in Frage.
In Kürze
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FOMC-Protokoll zeigt Priorität für Inflationsbekämpfung
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Fed ringt mit Balance zwischen Inflation und Arbeitsmarkt
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Zweifel an Zinssenkung im September – Kryptomarkt reagiert
FOMC-Protokoll zeigt Priorität für Inflationsbekämpfung
Das FOMC-Protokoll verdeutlicht, dass die US-Notenbank Federal Reserve das Risiko einer anhaltend hohen Inflation derzeit höher bewertet als die Gefahr eines schwächelnden Arbeitsmarktes. Infolgedessen sind die Chancen auf eine Zinssenkung im September deutlich gesunken – selbst während sich Fed-Chef Jerome Powell auf seine Rede bei der Jackson-Hole-Konferenz am 22. August vorbereitet.
Fed ringt mit Balance zwischen Inflation und Arbeitsmarkt
Laut dem FOMC-Protokoll der Juli-Sitzung der Federal Reserve sah die Mehrheit der Teilnehmer das Aufwärtsrisiko bei der Inflation als gravierender an als das Abwärtsrisiko beim Arbeitsmarkt. Einige Mitglieder bewerteten beide Risiken als ausgeglichen, während nur wenige die Schwäche des Arbeitsmarktes als die größere Gefahr einstuften.
Wie bereits berichtet, hatten Marktteilnehmer – auch im Kryptobereich – mit Spannung auf das Protokoll gewartet, um Hinweise auf den nächsten Schritt der Fed und eine mögliche Zinssenkung im September zu erhalten. Doch die Inhalte machen deutlich: Solange die Inflation im Vordergrund steht, bleibt ein solcher Schritt äußerst unsicher.
Die jüngsten Daten stützen diese Einschätzung: Der US-Erzeugerpreisindex (PPI) stieg im Juli um 3,3 % im Jahresvergleich, was auf zunehmenden Inflationsdruck hinweist. Gleichzeitig schwächelt der Arbeitsmarkt – die Nonfarm Payrolls wuchsen lediglich um 73.000 Stellen, weit unter den Erwartungen von 147.000.
Damit steht die Fed an einem Scheideweg: Entweder die Zinsen bleiben unverändert, um der Inflation entgegenzuwirken, oder sie werden gesenkt, um die Beschäftigung zu stützen. Das FOMC-Protokoll legt jedoch nahe, dass sich das Komitee eher für die erste Option entscheiden dürfte. Zudem wiesen mehrere Mitglieder darauf hin, dass die volle Wirkung der von Präsident Trump verhängten Zölle noch nicht absehbar sei. Diese könnten zu „anhaltend hoher Inflation“ führen und es erschweren, zwischen zollbedingten Preisanstiegen und tatsächlichen Inflationstrends zu unterscheiden.

Zweifel an Zinssenkung im September – Kryptomarkt reagiert
Daten des CME FedWatch Tools zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte im September nach Veröffentlichung des Protokolls von rund 85 % auf 71,3% gesunken ist.
Der Bitcoin-Kurs fiel unmittelbar nach der Veröffentlichung der FOMC-Protokolle stark auf etwa 113.300 US-Dollar. Auch der breitere Kryptomarkt konnte die kurzfristigen Verluste schnell ausgleichen.
Nun richtet sich der Blick der Marktteilnehmer auf die Rede von Fed-Chef Jerome Powell bei der Jackson-Hole-Konferenz am 22. August. Von seinem Auftritt erhoffen sich Investoren klare Hinweise darauf, ob die Notenbank weiterhin einen harten Kurs zur Inflationsbekämpfung verfolgt oder eine lockerere Geldpolitik in Betracht zieht. Powells Worte könnten entscheidend dafür sein, ob die Fed angesichts der jüngsten Daten zu Erzeugerpreisen (PPI) und Arbeitsmarkt ihre Prioritäten zugunsten von Inflation oder Beschäftigung setzt. Beide Werte hatten sich zuletzt nach der unveränderten Zinsentscheidung vom 30. Juli abgeschwächt.





