Die Krypto-Industrie musste bei den US-Vorwahlen am 4. August 2026 einen seltenen Rückschlag hinnehmen, dennoch wächst ihr Rückhalt im Kongress weiter. Trotz einer Niederlage in Detroit gewannen mehrere von der Branche unterstützte Kandidaten in Michigan und Washington ihre Vorwahlen.
Dezentralisierte Macht statt zentraler Kontrolle
Die Krypto-Industrie erlitt am Dienstag, 4. August 2026, bei den US-Vorwahlen in Michigan einen seltenen Rückschlag: Im 13. Kongresswahlbezirk um Detroit unterlag der zweifache Amtsinhaber Shri Thanedar seinem parteiinternen Herausforderer Donavan McKinney mit 48,1 zu 51,9 Prozent der Stimmen. Die Krypto-Super-PAC Fairshake hatte mehr als 2 Mio. US-Dollar in Thanedars Kampagne investiert, die höchste Einzelsumme der PAC in den Vorwahlen von Michigan und Washington.
Thanedar hatte den Digital Asset Market Clarity Act mitgesponsert und galt im Kongress als verlässlicher Verbündeter der Krypto-Industrie. Seine Niederlage zeigt, dass sich konzentrierte PAC-Ausgaben auf einen einzelnen Kandidaten nicht automatisch in Wahlerfolge übersetzen, selbst wenn die Summe die reguläre Kampagnenkasse um ein Vielfaches übersteigt.
Mehr Kongressmitglieder für Krypto-Liberalisierung
Am selben Wahltag gewannen mehrere von der Krypto-Industrie unterstützte Kandidaten ihre Vorwahlen deutlich. In Michigan setzte sich der Republikaner Bill Huizenga durch, in Washington siegten die Demokratinnen Suzan DelBene, Kim Schrier und Marilyn Strickland sowie die Republikanerin Amanda McKinney. Nach Angaben von Fairshake gewann die Mehrheit der von der PAC unterstützten Kandidaten ihre jeweilige Vorwahl.
Fairshake ging mit einer Kriegskasse von 193 Mio. US-Dollar in den laufenden Wahlzyklus, nachdem die favorisierten Kandidaten der PAC 2024 bereits 91 Prozent ihrer Rennen gewonnen hatten. Fairshake zählt laut FEC-Daten damit weiterhin zu den ausgabenstärksten Super-PACs des laufenden Zyklus, unabhängig von der Parteizugehörigkeit der unterstützten Kandidaten.
Macht-Verschiebung im US-Kongress
Die Vorwahlergebnisse verschieben die Kräfteverhältnisse im Kongress in Richtung einer breiteren, parteiübergreifenden Basis für Krypto-Regulierung. Für die regulatorische Expansion der Branche zählt langfristig weniger die einzelne Personalie als die Gesamtzahl der Sitze, die eine Liberalisierung digitaler Vermögenswerte mittragen.
Wer digitale Vermögenswerte selbst verwahrt statt über Dritte, bleibt von solchen politischen Mehrheiten im Kongress strukturell unabhängig. Die Vorwahlergebnisse ändern daran nichts, sie verschieben lediglich, wer im Repräsentantenhaus über die regulatorischen Leitplanken mitentscheidet.
Offen bleibt, ob die wachsende Zahl an Fürsprechern im Repräsentantenhaus reicht, um den Digital Asset Market Clarity Act auch im Senat über die Ziellinie zu bringen. Der Ausgang der Zwischenwahlen im November wird zeigen, ob sich der Trend aus Michigan und Washington auf weitere Bundesstaaten übertragen lässt.
Wir berichteten über den Ethik-Kompromiss, der das Kryptogesetz zum Senatsvotum brachte.





