Die US-Geldmenge M2 hat laut Daten der Federal Reserve erstmals die Marke von 23 Billionen US-Dollar überschritten. Der Anstieg setzt den seit 2024 laufenden Wachstumstrend fort und wirft erneut die Frage nach dem Zusammenhang zur Bitcoin-Kursentwicklung auf.

Die US-Geldmenge M2 hat nach Daten der Federal Reserve erstmals die Marke von 23 Billionen US-Dollar überschritten. Für Mai 2026 weist FRED einen Stand von 23.052,3 Mrd. US-Dollar aus, die wöchentliche Reihe zeigt für Anfang Juni bereits 23.062,9 Mrd. US-Dollar. Es ist der höchste je gemessene Stand der US-Geldmenge.

Von 20,4 auf 23 Billionen: Der Wachstumspfad seit 2024 und was die Fed seit Dezember 2025 wieder kauft

Der aktuelle Rekord ist Teil eines Trends seit 2024. Nach einer historischen Kontraktion zwischen Juli 2022 und Ende 2023, als M2 zum ersten Mal seit der Großen Depression um rund 4,5 Prozent schrumpfte, wächst die Geldmenge seither kontinuierlich. Ende 2025 lag M2 noch bei rund 22,4 Billionen US-Dollar, im März 2026 bei 22,69 Billionen, jetzt liegt sie über 23 Billionen.

Ein Treiber ist die Federal Reserve selbst. Seit Dezember 2025 kauft sie über Reserve Management Purchases wieder Treasury Bills, monatlich rund 40 Mrd. US-Dollar. Die Fed nennt das technische Reservesteuerung statt quantitative Lockerung, die Wirkung auf die Liquidität im System ist jedoch dieselbe wie bei früheren Ankaufprogrammen.

Historische Lags zwischen Geldmengenwachstum und Bitcoin-Kurs, und was ein R² von 0,08 über die aktuelle Korrelation aussagt

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Historisch folgte Bitcoin auf steigende Liquidität mit einer Verzögerung von 70 bis 90 Tagen. Seit Mitte 2025 hat sich dieses Muster spürbar abgeschwächt. Während die Geldmenge neue Höchststände markiert, hat Bitcoin einen erheblichen Teil seines Oktober-2025-Allzeithochs eingebüßt. Die statistische Erklärungskraft von M2-Veränderungen für Bitcoin-Renditen liegt auf Quartalsbasis bei einem R² von nur 0,08, M2 erklärt damit weniger als ein Fünftel der Kursbewegung.

Institutionelle ETF-Zuflüsse, Treasury-Liquidität und regulatorische Rahmenbedingungen überlagern inzwischen den klassischen M2-Impuls. Wer aus dem Rekordstand automatisch einen bevorstehenden Bitcoin-Anstieg ableitet, überträgt ein Muster, das in dieser einfachen Form seit 2025 nicht mehr trägt.

Warum jede neue Geldeinheit bestehende Einheiten verwässert und was ein fixes Angebot von 21 Mio. Bitcoin dagegenstellt

Der eigentliche strukturelle Punkt liegt nicht in der kurzfristigen Korrelation, sondern in der Mechanik selbst. Jede neue Geldeinheit im System verdünnt die Kaufkraft der bereits bestehenden Einheiten, unabhängig davon, ob sich das sofort im Bitcoin-Kurs zeigt. Der US-Dollar hat seit Gründung der Federal Reserve 1913 rund 96 Prozent seiner Kaufkraft verloren, größtenteils durch genau diesen Mechanismus.

Bitcoin stellt dieser Logik ein Angebot entgegen, das im Protokoll auf 21 Mio. Einheiten fixiert ist und durch keine Zentralbank, keinen Beschluss und kein Ankaufprogramm erweitert werden kann. Das ändert nichts an der kurzfristigen Marktvolatilität, verändert aber die strukturelle Ausgangslage: Ein Geldsystem ohne Obergrenze steht einem System mit fester, überprüfbarer Obergrenze gegenüber.

Wir berichteten bereits im Mai über den vorherigen US-Geldmenge-Rekord und die Frage, wie belastbar die M2-Bitcoin-Korrelation tatsächlich ist.

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