Der Poolin Konkurs ist seit dem 22. Juli 2026 amtlich: Der einstige größte Bitcoin-Mining-Pool hat beim US-Insolvenzgericht in New Jersey Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 173,1 Mio. US-Dollar, größtenteils gegenüber 11.700 Wallet-Nutzern.
Hashrate-Umverteilung im Pool-Markt
Der Poolin Konkurs markiert das Ende eines Mining-Pools, der 2019 mit einem Hashrate-Anteil von 18 bis 20 Prozent der weltweit größte Bitcoin-Mining-Pool war. Seit dem 10. Juli 2026 fördert Poolin keinen einzigen Block mehr: An diesem Tag stellte das Unternehmen Mining- und Hosting-Betrieb vollständig ein.
Die zuvor von Poolin kontrollierte Rechenleistung ist seither auf andere Anbieter verteilt worden. Aktuell dominieren Foundry USA und AntPool den Markt mit einem gemeinsamen Anteil von über 50 Prozent der Netzwerk-Hashrate, kleinere Anbieter wie F2Pool und ViaBTC teilen sich den Rest.
Ein Ausfall dieser Größenordnung verschiebt Marktanteile kurzfristig, ändert aber nichts an der gesamten Rechenleistung des Netzwerks. Miner können ihre Hardware jederzeit auf einen anderen Pool umstellen, ohne dass sich die Konsensregeln der Bitcoin-Blockchain dadurch ändern.
Gründe für den Pool-Kollaps
Ursache für den Poolin Konkurs ist eine Liquiditätskrise, die bereits 2022 begann. Rund 11.700 Nutzer der Poolin-Wallet warten seither auf den Zugriff auf eingefrorene Guthaben im Gegenwert von 163,7 Mio. US-Dollar.
Am 22. Juli 2026 reichte Poolin Technology beim US-Insolvenzgericht im Bundesstaat New Jersey einen Antrag nach Chapter 11 ein, das Verfahren trägt das Aktenzeichen 26-18325. Die gesamten Verbindlichkeiten vor Verfahrenseröffnung liegen bei 173,1 Mio. US-Dollar.
Ein Investor namens Thor CALAP LLC hat für die texanischen Mining-Standorte Pyote und Tarbush ein Gebot über 52 Mio. US-Dollar vorgelegt. Der Erlös aus dem Verkauf soll im Rahmen eines Abwicklungsplans an die Gläubiger fließen. Poolin hat nach eigenen Angaben keine Pläne, den Betrieb wieder aufzunehmen.
Dezentralisierung durch Konkurrenz
Der Poolin Konkurs zeigt, wie Wettbewerb unter Mining-Pools als Korrekturmechanismus wirkt, ohne dass es einer zentralen Aufsicht bedarf. Ein Pool, der Kundengelder über Jahre einfriert, verliert Marktanteil an Konkurrenten, die ihre Verpflichtungen einhalten. Genau dieser Anreiz hat Poolins Hashrate-Anteil schon vor der offiziellen Insolvenz gegen null schrumpfen lassen.
Miner wechseln Pools nach Vertrauen und Auszahlungsverhalten, nicht nach Zwang, und genau dieser Mechanismus begrenzt die Marktmacht einzelner Anbieter dauerhaft.
Für die 21 Mio. Bitcoin als feste Obergrenze ändert der Ausfall eines einzelnen Pools nichts. Offen bleibt, wie viel der eingefrorenen 163,7 Mio. US-Dollar die 11.700 Betroffenen aus dem Verkaufserlös tatsächlich zurückerhalten.
Wir berichteten über die Mining-Pool-Konzentration bei Bitcoin.





