Das Russland Krypto Gesetz nimmt Gestalt an. Am 22. April 2026 hat die Staatsduma den Entwurf „Über Digitale Währung und Digitale Rechte” in erster Lesung mit 327 von 340 Stimmen verabschiedet. Krypto wird als Eigentum anerkannt und soll im Außenhandel legal werden, während inländische Zahlungen weiter dem Rubel vorbehalten bleiben.

Russland Krypto Gesetz tritt frühestens am 1. Juli 2026 in Kraft

Der Gesetzentwurf trägt die Nummer 1194918-8 und wurde am 1. April von der Regierung in die Duma eingebracht. Nach der ersten Lesung sind noch zwei weitere Lesungen im Parlament erforderlich, anschließend die Zustimmung des Föderationsrats und die Unterschrift des Präsidenten.

Abgeordnete haben zwei Wochen Zeit, Änderungsanträge für die zweite Lesung einzureichen. Frühester Termin für das Inkrafttreten ist der 1. Juli 2026, einzelne Bestimmungen sollen erst später greifen. Das Verbot nicht lizenzierter Vermittler und der P2P-Kriminalisierung tritt am 1. Juli 2027 in Kraft.

Der Oberste Gerichtshof Russlands hat ein begleitendes Strafgesetz vorerst zurückgewiesen, weil das Grundgesetz noch nicht formal verabschiedet ist. Der vollständige Gesetzestext liegt auf der Seite der Staatsduma.

Bitcoin Sanktionsumgehung als zentrales Motiv hinter dem Gesetzentwurf

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Stellvertretender Vorsitzender des Duma-Haushaltsausschusses Kaplan Panesh benannte den Zweck offen. Die Einordnung von Krypto als Eigentum erlaube Schutz vor Gericht, auch in Insolvenz- und Scheidungsverfahren, und das Gesetz schaffe eine Ausnahme für den Einsatz im Außenhandel.

Damit könnten russische Unternehmen mit ausländischen Vertragspartnern in Krypto abrechnen und westliche Sanktionen umgehen. Die Bitcoin Sanktionsumgehung ist nicht neu, seit 2024 gibt es eine Pilotphase für genau diesen Zweck. Das neue Gesetz überführt diese Praxis in einen festen Rechtsrahmen.

Erlaubte Anwendungen umfassen Zahlungen für Waren, Dienstleistungen, Wertpapiere, geistiges Eigentum und Vergütungen. Die Bitcoin Sanktionsumgehung ist damit nicht mehr Graubereich, sondern staatlich sanktioniertes Instrument im Außenhandel.

Rubel bleibt Inlandswährung, Zentralbank lenkt Bitcoin Sanktionsumgehung im Außenhandel

Der russische Rubel, einschließlich des geplanten digitalen Rubels, bleibt einziges gesetzliches Zahlungsmittel für inländische Transaktionen. Krypto darf nicht für Gehälter, Waren oder Dienstleistungen innerhalb Russlands verwendet werden. Die Zentralbank erhält weitreichende Befugnisse. Sie lizenziert fünf Klassen von Marktteilnehmern, also Börsen, Broker, Verwaltungsgesellschaften, Verwahrer und Wechselstellen.

Die Bank of Russia erstellt eine Whitelist der handelbaren Coins, erwartet werden Bitcoin, Ethereum, Solana, BNB, TRON und XRP. Nicht qualifizierte Anleger müssen einen Test absolvieren und dürfen pro lizenziertem Vermittler jährlich bis zu 300.000 Rubel investieren. Privacy-Coins bleiben verboten, P2P-Handel wird ab Juli 2027 strafbar, unlizenzierte Geschäfte werden mit bis zu sieben Jahren Haft geahndet.

Das Russland Krypto Gesetz zeigt damit eine Eigenart. Ein sanktionierter Staat nutzt Bitcoin als Werkzeug gegen Dollar-Dominanz und bettet es zugleich in eine staatlich gelenkte Infrastruktur ein, in der die Zentralbank über jede Transaktion entscheidet. Bitcoin wurde als System ohne zentrale Autorität entwickelt, genau diese Eigenschaft macht es für Staaten unter Sanktionsdruck nutzbar.

Zugleich entziehen sich die Anreizsysteme der dezentralen Idee. Selbstverwahrung wird verdrängt, Peer-to-Peer kriminalisiert, der freie Markt ersetzt durch Zentralbank-Whitelist. Was im Außenhandel Souveränität stärkt, reduziert im Inland individuelle Geldautonomie. Die strukturelle Lektion liegt darin, dass der Wettlauf um die Reservewährung nicht zwischen Dollar und Bitcoin verläuft, sondern zwischen staatlich gelenkten und privat gehaltenen Formen von Bitcoin.

Wir berichteten über die europäische Seite dieser Dollar-Debatte und die Forderung der Bundesbank nach Euro-Stablecoins.

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