Strategy Bitcoin Treasury: Das Unternehmen meldete am Donnerstag einen Nettoverlust von 8,22 Mrd. US-Dollar für das zweite Quartal, ausgelöst durch unrealisierte Buchverluste auf den Bitcoin-Bestand. Der Bestand selbst wuchs dennoch auf 843.775 BTC, während die Aktie deutlich unter ihrem Jahresstand notiert.
Bitcoin-Treasury und Geldausweitung
Strategy legte am Donnerstag, 30. Juli 2026, die Zahlen zum zweiten Quartal vor. Das Unternehmen von Michael Saylor wies einen Nettoverlust von 8,22 Mrd. US-Dollar aus, der Verlust je Aktie lag bei 24,45 US-Dollar. Analysten hatten im Schnitt nur 2,19 US-Dollar Verlust pro Aktie erwartet.
Fast der gesamte Verlust entstand durch einen unrealisierten Buchverlust von 8,32 Mrd. US-Dollar auf den Bitcoin-Bestand. Der Umsatz aus dem Softwaregeschäft stieg dagegen um 6,9 Prozent auf 122,4 Mio. US-Dollar. Das Strategy Bitcoin Treasury wuchs im selben Zeitraum um 11 Prozent auf 843.775 Bitcoin, finanziert über neue Aktien und Vorzugskapital. Jede neue Kapitalrunde verwässert bestehende Anteile, ähnlich einer Geldmengenausweitung auf Unternehmensebene.
Bitcoin-Besitz versus Aktienwert
Der durchschnittliche Einstandspreis liegt laut der SEC-Meldung von Strategy bei 75.476 US-Dollar pro Bitcoin, in Summe rund 63,6 Mrd. US-Dollar. Strategy bleibt damit der größte bekannte Bitcoin-Halter unter börsennotierten Unternehmen.
Die Aktie schloss am Berichtstag bei 97,74 US-Dollar, ein Tagesplus von 4,41 Prozent und knapp unter der Marke von 100 US-Dollar. Auf Jahressicht steht das Papier dennoch 37,44 Prozent im Minus, über zwölf Monate sogar 75,63 Prozent. Der Marktwert der Aktie hinkt dem Wachstum des Strategy Bitcoin Treasury zunehmend hinterher, eine Lücke, die Anleger als Abschlag zum Bitcoin-Nettovermögen bezeichnen.
Markt zweifelt am Modell
Der Fehlbetrag gegenüber den Analystenschätzungen fällt so deutlich aus wie selten zuvor. Das Strategy Bitcoin Treasury bleibt damit ein Test dafür, wie lange Bestandswachstum und Aktienbewertung auseinanderlaufen können. Anleger fragen vor allem, ob Zinszahlungen auf Wandelanleihen und Vorzugsaktien auch bei niedrigerem Bitcoin-Kurs bedient werden können, ohne Bitcoin verkaufen zu müssen.
Wer die Aktie kauft, kauft damit vor allem eine gehebelte Wette auf einen Vermögenswert mit fester Obergrenze von 21 Mio. Einheiten, nicht den Bitcoin selbst.
Die Zahlen zeigen, dass das Treasury-Modell bei fallenden Kursen buchhalterisch verwundbar bleibt, auch wenn der reale Bitcoin-Bestand weiter wächst. Die Kursreaktion auf über 97 US-Dollar deutet darauf hin, dass ein Teil des Marktes die Zahlen vorerst als Bestätigung liest.
Ob die fortgesetzte Bitcoin-Akkumulation das Vertrauen der Anleger dauerhaft zurückgewinnt, entscheidet sich erst in den kommenden Quartalen. Die 21-Mio.-Obergrenze von Bitcoin selbst ändert sich dadurch nicht, nur die Bewertung der Bilanz, die auf ihr aufgebaut ist.
Wir berichteten über den vorherigen Kauf, mit dem Strategy die Marke von 815.000 Bitcoin überschritten hatte.





