Das Mining-Verbot Russland gilt seit dem 15. August 2026 für Moskau, die Region Moskau und Teile der Region Kursk, bis Ende 2032. Grund ist laut russischer Regierung die drohende Überlastung der Stromnetze durch energieintensive Mining-Anlagen.
Stromengpässe als Regulierungs-Grund
Seit Sonntag, den 15. August 2026, gilt das Mining-Verbot Russland für Moskau, die Region Moskau und acht Bezirke der Region Kursk, bis zum 31. Dezember 2032. Grundlage ist das Regierungsdekret Nr. 936 vom 25. Juli 2026, unterzeichnet von Premierminister Michail Mischustin. Es untersagt neben dem Betrieb eigener Mining-Hardware auch die Teilnahme an Mining-Pools in den betroffenen Gebieten. Als Grund nennt die Regierung drohende Kapazitätsengpässe: Der Verbrauch der Mining-Anlagen im Moskauer Netz liegt derzeit bei rund einem Gigawatt, könnte bis 2032 aber auf 3,6 Gigawatt steigen, das entspräche 17 Prozent der regionalen Spitzenlast. Das Mining-Verbot Russland erweitert damit ein Dekret aus dem Dezember 2024, das bereits mehrere russische Regionen betraf.
Russlands Griff nach Mining-Kontrolle
Das aktuelle Verbot reiht sich in eine Serie regionaler Beschränkungen ein, die der russische Staat seit Anfang 2025 verhängt. Bereits seit Januar 2025 gilt in Regionen wie Dagestan, Tschetschenien und Sibirien ein ähnliches Verbot, zuletzt bis 2031 verlängert. Das Dekret ist auf dem offiziellen Rechtsportal hinterlegt, wie die Parlamentskaja Gaseta berichtet. In Kursk betrifft das Verbot unter anderem die Bezirke Belowski, Lgow und Rylsk, deren Stromnetz durch die Grenznähe zur Ukraine ohnehin angespannt ist. Mining-Betriebe verbinden sich dort, wo Strom günstig oder überschüssig verfügbar ist, unabhängig von der lokalen Netzkapazität. Mit dem Dekret sichert sich der Staat die Stromkontrolle über Mining-Standorte, statt sie dem freien Zugriff der Betreiber zu überlassen.
Miner weichen aus kritischen Stromzonen aus
Für die betroffenen Betreiber bedeutet das Mining-Verbot Russland vor allem eines: Sie müssen ihre Hardware in Regionen mit freien Netzkapazitäten verlagern, etwa nach Sibirien oder in den Fernen Osten, wo Strom günstiger und das Netz weniger ausgelastet ist. Russland zählt laut Branchendaten weiterhin zu den größten Mining-Standorten der Welt, hinter den USA. Ob die Verlagerung gelingt, hängt von der freien Kapazität dieser Regionen ab, verlässliche Zahlen dazu liegen noch nicht vor.
Der Fall zeigt, wie unmittelbar staatliche Energiepolitik über den Zugang zu einer Ressource entscheidet, die für Mining unverzichtbar ist. Wo eine Regierung per Dekret bestimmt, welche Netze Mining-Last tragen dürfen, bleibt Rechenleistung eine Frage staatlicher Zuteilung statt freien Wettbewerbs um Energie.
Bitcoins Hashrate verteilt sich dadurch weiter auf Regionen außerhalb staatlicher Zugriffszonen, das feste Angebot von 21 Mio. Coins bleibt von der Standortfrage unberührt. Offen ist, ob weitere russische Regionen bis 2032 ähnliche Beschränkungen erlassen.
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