SEC und CFTC haben am 17. März 2026 in einer gemeinsamen 68-seitigen Interpretation erstmals 16 Krypto-Assets offiziell als digitale Rohstoffe eingestuft. Damit sind diese Assets keine Wertpapiere mehr und fallen künftig unter die Aufsicht der CFTC statt der SEC.
Fünf Kategorien für digitale Assets: Nur Securities bleiben unter SEC-Aufsicht
Die SEC Krypto Klassifizierung unterteilt digitale Assets erstmals in fünf Kategorien: Digital Commodities, Digital Collectibles, Digital Tools, Stablecoins und Digital Securities. Dabei bleiben ausschließlich Digital Securities unter der Aufsicht der SEC, also tokenisierte Versionen klassischer Finanzinstrumente wie Aktien oder US-Staatsanleihen. Das gab SEC-Chairman Paul Atkins auf dem DC Blockchain Summit in Washington bekannt und sprach dabei von einem Ende der regulatorischen Unsicherheit nach über einem Jahrzehnt.
CFTC-Chairman Michael Selig bezeichnete die gemeinsame Interpretation als Grundlage für ein harmonisiertes Rahmenwerk. Tatsächlich hatten beide Behörden bereits am 11. März ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, das die koordinierte Aufsicht über digitale Assets vorbereitet hatte.
Die SEC Krypto Klassifizierung ist allerdings eine Interpretation, kein dauerhaftes Gesetz. Der CLARITY Act, der diese Einstufung in Gesetzesform gießen soll, hat zwar das Repräsentantenhaus im Juli 2025 passiert und den Landwirtschaftsausschuss des Senats im Januar 2026, wartet aber noch auf die finale Abstimmung.
Warum Staking, Mining und Airdrops keine Wertpapier-Transaktionen mehr sind
Die Interpretation geht über die reine Klassifizierung von Assets hinaus. Protokoll-basiertes Staking, Mining und bestimmte Airdrops werden explizit aus dem Wertpapierrecht herausgenommen. Denn diese Aktivitäten erfüllen nach Einschätzung beider Behörden nicht die Kriterien des Howey-Tests, weil keine Gewinnerwartung aus den unternehmerischen Anstrengungen Dritter vorliegt.
Für DeFi-Protokolle und Infrastruktur-Projekte beseitigt das eine regulatorische Grauzone, die seit Jahren Entwicklung und Kapitalallokation gebremst hat. Dabei bestätigt die SEC Krypto-Klassifizierung im Kern eine Logik, die bereits im Ripple-Verfahren unter Richterin Analisa Torres angelegt war.
Die Einstufung als Commodity ist allerdings nicht dauerhaft geschützt. Sobald ein Asset im Rahmen eines Investment Contracts angeboten wird, kann es erneut unter Wertpapierrecht fallen. Die Kategorisierung ist also kontextabhängig, nicht absolut.
Welche 16 Assets auf der Liste stehen und nach welchen Kriterien sie ausgewählt wurden
Das Auswahlkriterium ist im Dokument definiert: Ein digitaler Rohstoff muss intrinsisch mit einem funktionalen Krypto-System verbunden sein und seinen Wert aus Angebot und Nachfrage ableiten, nicht aus der Erwartung von Gewinnen durch Dritte.
Die Liste umfasst Bitcoin, Ether, Solana, XRP, Cardano, Chainlink, Avalanche, Polkadot, Stellar, Hedera, Litecoin, Dogecoin, Shiba Inu, Tezos, Bitcoin Cash und Aptos.
Alle 16 Assets unterliegen bereits einem Futures-Kontrakt auf einem CFTC-regulierten Markt, was ihre Auswahl als Beispiele erklärt, aber keine Voraussetzung für die Einstufung darstellt. Trotzdem wirft die Breite der Liste Fragen auf. Meme-Coins wie Dogecoin und Shiba Inu stehen neben Infrastruktur-Projekten wie Chainlink und Polkadot.
Die Krypto-Regulierung USA sendet damit ein Signal, das über technologische Kriterien hinausgeht: Hohe Handelsaktivität und breite Marktdurchdringung reichen aus, um als Commodity eingestuft zu werden. Für institutionelles Kapital entsteht dadurch ein klar definierter Rechtsrahmen, der neue ETFs, Derivateprodukte und Custody-Lösungen ermöglicht.
Wir berichteten über die SEC-CFTC-Harmonisierung bei gehebelten Krypto-Produkten.






