Die Stablecoin Regulierung USA nimmt Gestalt an: Die OCC hat am 21. Oktober 2026 als erste Behörde ihre Endregel zum GENIUS Act veröffentlicht. Sie gilt ab dem 18. Januar 2027.
OCC legt Endregel für Stablecoins vor
Die US-Bankenaufsicht OCC hat am Mittwoch, 21. Oktober 2026, als erste Behörde ihre Endregel zum GENIUS Act veröffentlicht und damit die Stablecoin Regulierung USA konkretisiert. Die Regel tritt am 18. Januar 2027 in Kraft.
Die OCC (Office of the Comptroller of the Currency) beaufsichtigt die national zugelassenen Banken der USA. Ihre Regel schafft einen Rahmen für zugelassene Stablecoin-Emittenten, mit Zugangswegen für Banken und für Unternehmen ohne Banklizenz. Dazu kommen Vorgaben für ausländische Emittenten und für die Verwahrung von Vermögenswerten.
Comptroller Jonathan Gould erklärte am 21. Oktober 2026:
„Die heutige Endregel setzt die Vision von Präsident Trump und Finanzminister Bessent für eine amerikanische Führungsrolle bei digitalen Vermögenswerten um.“
GENIUS Act: Bankenaufsicht setzt Gesetz in Regeln um
Trump hatte den GENIUS Act am 18. Juli 2025 unterzeichnet. Das Gesetz verlangt, dass Stablecoins vollständig durch US-Dollar oder ähnlich liquide Mittel gedeckt sind, und schreibt jährliche Prüfungen vor. Die Details überlässt es den Aufsichtsbehörden.
Den Entwurf hatte die OCC im Februar 2026 vorgelegt, 376 Seiten zu Reserven, Kapital, Prüfungen und Aufsicht. Die gesetzliche Frist für Endregeln im Juli verpassten die OCC und die übrigen Behörden. Am 15. Oktober kündigte Gould den Abschluss für Ende Oktober an.
Die wichtigste Änderung betrifft Prämien über Dritte. Der Entwurf vermutete eine Umgehung des Zinsverbots, wenn Emittenten bestimmte Geschäftsbeziehungen zu Dritten unterhalten. Diese Vermutung streicht die Endregel der OCC. Die Behörde verweist auf einen noch jungen Markt und will Fälle einzeln prüfen. Gegen eindeutige Umgehungen kann sie weiter vorgehen.
Stablecoin-Regulierung in den USA tritt am 18. Januar in Kraft
Das direkte Zinsverbot für Emittenten bleibt bestehen. Plattformen wie Coinbase verbietet das Gesetz dagegen nicht, Prämien auf Stablecoin-Guthaben anzubieten. Banken sehen darin eine Konkurrenz um Einlagen, vor allem für kleinere Regionalinstitute. Die gestrichene Vermutung nützt damit vor allem Emittenten, die Erträge über Partner weitergeben.
Offen bleibt der Rest der Stablecoin Regulierung USA. Die übrigen Aufsichtsbehörden haben ihre Regeln noch nicht abgeschlossen, und der CLARITY Act für den breiteren Kryptomarkt steckt nach einer gescheiterten Verfahrensabstimmung im Senat fest.
Mit der OCC-Regel steht der erste endgültige Baustein der Stablecoin Regulierung USA, angewendet wird er ab dem 18. Januar 2027. Ein Stablecoin bleibt dabei eine Forderung gegen einen Emittenten und dessen Reserven, anders als Bitcoin, dessen Menge kein Emittent ausweiten kann.
Wir berichteten über die Reserve-, Rücknahme- und Kapitalregeln im April.





