Die Strategy Bitcoin Treasury steht vor einem moeglichen Ausschluss aus den MSCI-Indizes, ueber den der Indexanbieter am 16. Oktober 2026 entscheidet. Firmenchef Michael Saylor wehrt sich mit einem offenen Brief gegen die geplante Neuregelung fuer nicht operative Unternehmen.

Strategy kämpft um Index-Platz

Die Strategy Bitcoin Treasury steht vor einem möglichen Ausschluss aus den globalen Aktienindizes von MSCI. Am 16. Oktober 2026 stimmt der Indexanbieter über eine neue Zulassungsregel ab, die sogenannte nicht operative Unternehmen aus seinen Indizes ausschließen würde. Die Konsultationsfrist dazu läuft noch bis zum 30. September.

Strategy-Gründer Michael Saylor und Firmenchef Phong Le fordern MSCI in einem offenen Brief auf, den Vorschlag zurückzuziehen. Sie bezeichnen die geplante Regel als diskriminierend, willkürlich und verfehlt. Sollte MSCI zustimmen, würden die Änderungen im Dezember 2026 wirksam.

Nicht operative Unternehmen unter Druck

MSCI prüft Unternehmen künftig zunächst auf ausreichende operative Vermögenswerte. Fällt eine Firma durch dieses Raster, folgt eine zweite Prüfung anhand von fünf Kennzahlen. Darunter fallen die Intensität operativer Vermögenswerte, die Kostenstruktur, der Cashflow sowie die Abhängigkeit von externer Kapitalaufnahme. Neben der Strategy Bitcoin Treasury träfe die Regel auch das japanische Unternehmen Metaplanet sowie den britischen Uran-Investor Yellow Cake, alle drei Bitcoin- beziehungsweise Rohstoff-Bestandshalter statt operative Betriebe im klassischen Sinn. Alle drei zählen zu den Bestandteilen des MSCI ACWI IMI.

In einem offenen Brief legt Strategy seine Position dar und argumentiert, die Trennung zwischen operativen und nicht operativen Vermögenswerten sei weder bilanzrechtlich noch aufsichtsrechtlich klar definiert. Ein Ausschluss aus dem MSCI Index würde Fonds, die den Index nachbilden, zum Verkauf ihrer Anteile zwingen, unabhängig vom Geschäftsverlauf des Unternehmens.

Bitcoin-Bestände gefährden Index-Status

Strategy hält nach eigenen Angaben mehr als 840.000 Bitcoin und damit gut 4 Prozent des auf 21 Mio. Einheiten begrenzten Angebots, mehr als jedes andere börsennotierte Unternehmen. Genau dieser Bestand macht die Strategy Bitcoin Treasury für MSCI zum Testfall der neuen Regel: Je größer der Anteil bilanzieller Bitcoin-Bestände am Unternehmenswert, desto eher greift die geplante Nicht-operativ-Klassifizierung.

Nichts ändert ein MSCI-Ausschluss an der Zahl der von Strategy gehaltenen Bitcoin. Betroffen ist lediglich der Zugang des Unternehmens zu passiv verwaltetem Indexkapital. Das zugrunde liegende Angebot an Bitcoin bleibt von der Entscheidung eines einzelnen Indexkomitees unberührt.

Offen bleibt, ob MSCI am 16. Oktober an seinem Entwurf festhält oder auf den Protest von Strategy und Metaplanet eingeht. Bei einer Zustimmung greifen die neuen Regeln ab Dezember 2026.

Wir berichteten über den wachsenden Bitcoin-Bestand von Strategy.

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