Kevin Warsh leitet am 17. Juni seine erste Sitzung als Fed-Chef. Erwartet wird eine Zinspause bei hartnäckiger Inflation und politischem Druck.
Die Warsh erste Fed-Sitzung markiert das Debüt des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, der am 22. Mai 2026 ins Amt kam. Am 17. Juni entscheidet das FOMC erstmals unter seiner Leitung über den Leitzins. Der Markt erwartet eine Pause, die Aufmerksamkeit gilt der Rhetorik.
Neuer Fed-Vorsitzender erbt ein Inflationsproblem nahe vier Prozent
Kevin Warsh wurde am 13. Mai mit 54 zu 45 Stimmen bestätigt, der knappsten Abstimmung über einen Fed-Chef in der Geschichte. Er übernimmt von Jerome Powell, der als Gouverneur im Gremium bleibt.
Die Terminmärkte preisen laut CME FedWatch zu rund 97 Prozent eine unveränderte Leitzinsspanne von 3,50 bis 3,75 Prozent ein. Es wäre die vierte Pause in Folge seit dem Zinsschritt im Dezember 2025.
Warsh erste Fed-Sitzung: Energiepreise treiben die Teuerung auf ein Drei-Jahres-Hoch
Die Verbraucherpreise stiegen im Mai um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, ein Drei-Jahres-Hoch und deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel. Der größte Teil geht auf Energiepreise zurück, ausgelöst durch den Krieg im Iran. Die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel lag mit 0,2 Prozent zum Vormonat unter den Erwartungen.
Erwartet wird, dass die Erklärung den Hinweis auf mögliche Senkungen streicht und auf eine neutrale Haltung wechselt. Warsh hat zudem eine kleinere Bilanz und ein Überdenken der Inflationsmessung angekündigt. Mitteilung und aktualisierte Projektionen erscheinen auf der Webseite der Federal Reserve veröffentlicht.
Trump fordert niedrigere Zinsen, die Daten sprechen dagegen
Präsident Trump fordert öffentlich niedrigere Zinsen und sieht keinen Grund für eine Erhöhung. Die Daten sprechen dagegen, denn hohe Inflation und ein robuster Arbeitsmarkt schränken den Spielraum für Senkungen ein. Damit steht der neue Fed-Vorsitzende zwischen politischem Druck und geldpolitischer Realität.
Bemerkenswert ist eine Formulierung von Warsh selbst, wonach Inflation eine Entscheidung sei und nicht ein Schicksal. Damit benennt ein Notenbankchef die Geldentwertung implizit als Ergebnis politischer Wahl. Genau hier liegt der strukturelle Kern. Wenn die Geldmenge dehnbar ist und ihre Steuerung von Entscheidungen abhängt, verliert jede gehaltene Einheit an Kaufkraft, sobald expandiert wird.
Bitcoin ist kein Krypto-Sammelbegriff, sondern ein eigenes System mit fester Obergrenze von 21 Mio. Einheiten. Diese Knappheit ist programmatisch festgelegt und hängt nicht von einer Sitzung oder einem Amtsinhaber ab. Ein Wechsel an der Spitze der Notenbank ändert die Anreize des Geldsystems nicht, er macht sie nur sichtbarer. Für einen Sparer zählt deshalb weniger, wer die Fed führt, als die Frage, ob das gehaltene Geld vermehrbar ist oder nicht.
Wir berichteten über die wachsende Fed-Bilanz seit Dezember 2025 und ihre Bedeutung fuer Bitcoin.





