X Creator Betrug: Der Kurznachrichtendienst X hat am 21. September 2026 vor einem Londoner Gericht Klage gegen zwei britische Nutzer eingereicht, die aus dem Creator-Programm rund 277.000 US-Dollar erschlichen haben sollen. Die Beschuldigten sollen über koordinierte, Bitcoin-fokussierte Konten identische Inhalte gepostet haben.
277.000 Dollar Betrug im X-Creator-Programm
Am Montag, 21. September 2026, hat der Kurznachrichtendienst X vor einem Gericht in London Klage gegen zwei britische Nutzer eingereicht. Die Plattform wirft Vivek Kumar Sen und Zamyang Sherpa vor, durch koordinierte, Bitcoin-fokussierte Konten rund 277.000 US-Dollar (207.384 britische Pfund) aus dem Creator Revenue Sharing Programm erschlichen zu haben. Laut Klageschrift reicht der mutmaßliche X Creator Betrug in die Zeit von Juli bis September 2023 zurück, als das Auszahlungsprogramm aktiv war.
Neben den beiden namentlich Genannten führt die Klageschrift weitere, bislang nicht identifizierte Mittäter an. X fordert zusätzlich rund 100.000 US-Dollar (75.000 britische Pfund) für Ermittlungs- und Präventionskosten, die dem Unternehmen bei der Aufklärung des Falls entstanden sein sollen. Die betroffenen Konten wurden bereits am 18. August gesperrt, mehr als einen Monat bevor die Klage nun offiziell eingereicht wurde.
Das Manipulationsmuster der zwei UK-Nutzer
Nach Angaben von X betrieben die Beschuldigten mehrere Konten parallel, darunter @Vivek4real_, @Bitcoin_Teddy, @saylordocs, @TrendingBitcoin, @Kalshibacktest und @PolyBackTest. Die Accounts veröffentlichten laut Klageschrift teils identische oder nahezu identische kryptobezogene Inhalte, in einem dokumentierten Fall nur elf Sekunden auseinander.
Als Beleg für die Verbindung zwischen den Konten führt X einen gemeinsam genutzten Stripe-Account an. Der Account war auf den Namen „Stefan Mann“ registriert und soll mit dem Bankkonto von Sen verknüpft gewesen sein. Auch weitere überlappende Zahlungs- und Identifikationsdaten sollen laut Klage auf eine zentrale Steuerung der Konten hindeuten. Wer am Creator Revenue Sharing-Programm teilnimmt, muss laut den Nutzungsbedingungen eigenständige, nicht koordinierte Inhalte liefern. Genau das bestreitet X im vorliegenden X Creator Betrug.
Zentrale Plattformen als Schwachstelle
Der Fall um den mutmaßlichen X Creator Betrug zeigt, wie stark Auszahlungsprogramme wie das inzwischen eingestellte Creator Revenue Sharing von der internen Prüfung eines einzelnen Unternehmens abhängen. Bereits im August 2026 hatte X die Aufnahme neuer Teilnehmer beendet und ersetzt das Modell schrittweise durch ein neues Original Content Rewards Programm.
Bei Bitcoin selbst besteht dieses Abhängigkeitsverhältnis nicht: Wer eigene Schlüssel hält, ist nicht auf die Kulanz eines Unternehmens angewiesen, das über Auszahlungen und Sperrungen entscheidet. Ein zentrales Zahlungssystem bleibt dagegen angreifbar für genau die Art koordinierter Manipulation, die X den beiden Briten vorwirft.
Offen bleibt, ob X das Geld zurückerhält oder sich das Verfahren über Jahre zieht. Bislang liegt lediglich eine Klage vor, kein Urteil.
Wir berichteten über einen ähnlichen Fall, bei dem ein US-Gericht Vermögen aus einem Börsen-Hack per Verfügung einfrieren ließ.





