Ein XRP Bridge Hack hat am 9. August 2026 rund 200.000 US-Dollar aus einer Brücke zwischen dem XRP Ledger und der Blockchain tx entwendet. Ein Softwarefehler bei der Einzahlungsprüfung ermöglichte den Abzug binnen 97 Minuten.
Validierungsfehler entwendet 200.000 Dollar aus XRP-Bridge
Ein XRP Bridge Hack hat am Sonntag, 9. August 2026, rund 200.000 US-Dollar aus einer Brücke zwischen dem XRP Ledger und der Blockchain tx (vormals Coreum) abgezogen. Die Software der Brücke erkannte eingehende Transaktionen fälschlich als echte Einzahlungen, obwohl dabei kein XRP im Reserve-Wallet ankam.
Der Angreifer nutzte diesen Fehler, um ungedeckte gebrückte XRP auf der tx-Chain zu erzeugen. Mit diesem wertlosen Guthaben zog er anschliessend echtes XRP aus dem Reserve-Wallet der Brücke ab.
Zwischen 19:16 und 20:53 Uhr UTC flossen nach Onchain-Daten 199.916,3 XRP aus der Brücke, bevor der Betreiber den Vorgang stoppte. Der gesamte Abzug dauerte 97 Minuten.
Das gestohlene XRP blieb danach nicht auf einer Adresse liegen, sondern wurde binnen Stunden über mehrere Wallets weiterbewegt.
Falsche Einzahlungen durchgewinkt: Sicherheitspanne in Brücken-Kontrolle
Die betroffene Brücke verbindet den XRP Ledger mit tx, einem US-Unternehmen für die Tokenisierung realer Vermögenswerte, das im März 2026 aus Coreum umbenannt wurde. Der XRP Bridge Hack unterscheidet sich von früheren Vorfällen: Die Sicherheitslücke lag ausschliesslich in der Einzahlungsprüfung der Brücken-Software, nicht im XRP Ledger selbst.
Der Konsensmechanismus des XRP Ledger blieb nach bisherigen Analysen unangetastet. Die Manipulation setzte an der externen Schnittstelle der Brücke an, nicht am zugrunde liegenden Protokoll.
tx hat die Brücke nach eigenen Angaben gestoppt, die betroffene Codestelle identifiziert und gepatcht. Das Unternehmen hat zusätzlich forensische Blockchain-Spezialisten beauftragt und Anzeige beim FBI erstattet.
Wie betroffene Nutzer entschädigt werden sollen, hat tx bislang nicht mitgeteilt.
Dezentrale Kontrolle scheitert: Sicherheitsleck zeigt Zentral-Risiko bei Bridges
Cross-Chain-Brücken wie jene zwischen XRP Ledger und tx verwahren gebrückte Guthaben zentral in einem einzigen Reserve-Wallet. Nutzer geben damit die eigene Verwahrung ab und verlassen sich auf die Prüf-Software eines einzelnen Betreibers.
Genau dieser eine Kontrollpunkt versagte im aktuellen Fall: Ein Softwarefehler reichte aus, um ein technisch dezentral organisiertes System um 200.000 US-Dollar zu erleichtern. Der XRP Bridge Hack zeigt damit, dass Sicherheit bei Brücken nicht am Protokoll, sondern an der zentralen Schnittstelle entschieden wird.
Offen bleibt, wie tx betroffene Nutzer entschädigt und ob weitere Brücken mit ähnlicher Prüf-Logik verwundbar sind.
Wir berichteten über einen ähnlichen Fall, bei dem gefälschte Einzahlungsversprechen Nutzer im XRP-Umfeld um 8,5 Mio. US-Dollar brachten.





