Michael Saylor hat am 17. Februar 2026 in einem Interview mit Fox Business die aktuelle Bitcoin-Phase offiziell als Krypto-Winter bezeichnet. Es ist der fünfte große Drawdown in den fünf Jahren seit Strategy in den Markt eingestiegen ist. Saylor betont jedoch, dass dieser Winter strukturell anders verläuft als die vorherigen. Seine Begründung: Crypto President, Crypto Cabinet, Banken die Infrastruktur bauen statt sie zu blockieren, und institutionelles Kapital das trotz fallender Kurse in den Markt fließt. Strategy hält derzeit 714.644 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 76.056 Dollar. Bei einem aktuellen Kurs von rund 68.500 Dollar steht das Unternehmen mit etwa 5 Milliarden Dollar im Buchverlust.
In Kürze
- Fear dominiert, Smart Money akkumuliert: Saylors Muster aus vier Zyklen
- Warum Strategy trotz 5 Milliarden Dollar Buchverlust weiter kauft
- Kürzerer Winter durch institutionelles Kapital: Saylors Begründung
Fear dominiert, Smart Money akkumuliert: Saylors Muster aus vier Zyklen
Saylor beschreibt ein wiederkehrendes Muster, das er in allen bisherigen Bitcoin-Wintern beobachtet hat. Angst dominiert die öffentliche Wahrnehmung. Retail-Investoren verkaufen. Medien berichten über das Ende von Bitcoin. In genau dieser Phase akkumulieren institutionelle Akteure und informierte Investoren.
Der Mechanismus ist einfach: Wer einen langen Zeithorizont hat, nutzt Panik als Kaufgelegenheit. Wer einen kurzen Zeithorizont hat, verkauft aus Angst vor weiteren Verlusten.

Saylor hat dieses Muster viermal durchlebt und positioniert Strategy konsequent auf der Käuferseite. Das aktuelle Verhalten bestätigt diese Strategie. Strategy kauft seit zwölf Wochen in Folge, zuletzt 1.142 Bitcoin für 90 Millionen Dollar. Der Kauf erfolgte zu Preisen, die unter dem Durchschnittspreis des gesamten Bestands liegen. Das reduziert den Average Cost und erhöht die Marge bei einem späteren Anstieg. Saylor verlässt sich nicht auf Sentiment, sondern auf Wiederholung struktureller Muster.
Warum Strategy trotz 5 Milliarden Dollar Buchverlust weiter kauft
Strategy hat im vierten Quartal 2025 einen Nettoverlust von 12,4 Milliarden Dollar ausgewiesen. Dieser Verlust ist größtenteils ein Mark-to-Market-Effekt, keine realisierte Liquiditätslücke. Das Unternehmen hat eine Coverage Ratio von 8,3x, gemessen am Verhältnis von Bitcoin-Bestand zu Schulden.
Bitcoin müsste auf etwa 8.000 Dollar fallen, also um 88 Prozent vom aktuellen Niveau, damit die Schulden nicht mehr durch die Bitcoin-Bestände gedeckt wären. Strategy verfügt über 2,25 Milliarden Dollar Cash-Reserve, die nach eigenen Angaben für 2,5 Jahre Dividenden- und Schuldendienstkosten ausreicht. Das Unternehmen hat keine großen Fälligkeiten vor 2028.
Die finanzielle Struktur ist auf langfristige Haltedauer ausgelegt, nicht auf kurzfristige Kursentwicklungen. Saylor kauft im Winter, weil er davon ausgeht, dass der Sommer folgt. Diese Strategie funktioniert nur unter einer Bedingung: Der Zeithorizont muss lang genug sein, um Volatilität zu absorbieren. Strategy hat diesen Zeithorizont institutionell verankert.
Kürzerer Winter durch institutionelles Kapital: Saylors Begründung
Saylor unterscheidet den aktuellen Winter von den vorherigen durch drei strukturelle Faktoren:
- Politische Unterstützung: Mit einem Krypto Präsidenten und einem Krypto Kabinet existiert erstmals eine Regierungsstruktur in den USA, die Bitcoin nicht als Bedrohung, sondern als strategisches Asset betrachtet
- Banken bauen Infrastruktur: Vor vier Jahren blockierten Banken Krypto-Konten. Heute entwickeln sie Custody-Lösungen, ETF-Strukturen und Zahlungsschienen
- Institutionelles Kapital fließt trotz fallender Kurse
ETFs sammeln weiter, wenn auch langsamer. Unternehmen akkumulieren. Die Marktstruktur hat sich verändert. Saylor argumentiert, dass diese Faktoren die Dauer des Winters verkürzen, weil Käufer schneller einsteigen als in früheren Zyklen.
Ob diese These aufgeht, hängt davon ab, ob die strukturellen Veränderungen tatsächlich Nachfrage stabilisieren oder ob sie nur Narrative sind, die den Abschwung begleiten. Der Markt wird das in den kommenden Monaten beantworten.
Der Winter ist eine Funktion von Zeitpräferenz. Wer heute verkauft, bewertet Liquidität höher als zukünftige Kaufkraft. Wer heute kauft, tut das Gegenteil. Saylor hat seine Präferenz klargemacht. Strategy akkumuliert in einer Phase, in der die meisten Marktteilnehmer ihre Positionen reduzieren.
Das ist keine Spekulation auf schnelle Gewinne, sondern eine strukturelle Wette auf ein System, das Knappheit gegen unbegrenzte Geldschöpfung setzt. Ob institutionelle Infrastruktur den Winter verkürzt oder nur seine Form verändert, bleibt offen. Was nicht offen bleibt: Saylor behandelt Drawdowns als Kaufgelegenheiten, nicht als Verkaufssignale.





