Das Weltraum-Startup Starcloud hat angekündigt, noch in diesem Jahr einen Bitcoin-ASIC-Miner auf seinem zweiten Raumschiff ins All zu bringen. Damit könnte das Unternehmen als erstes überhaupt Bitcoin außerhalb der Erde schürfen.
In Kürze
- CEO Johnston kündigt im HyperChange-Interview den ersten Bitcoin-Miner auf einem Raumschiff an
- Der zweite Starcloud-Satellit soll noch 2026 starten und den ersten ASIC ins All bringen
- Im November 2025 lief bereits eine NVIDIA H100 GPU erfolgreich im Orbit
CEO Johnston kündigt im HyperChange-Interview den ersten Bitcoin-Miner auf einem Raumschiff an
Starcloud-CEO Philip Johnston erklärte in einem Interview mit dem YouTube-Kanal HyperChange, dass Bitcoin-Mining einer der überzeugendsten Anwendungsfälle für orbitale Rechenleistung sei. Der Grund liegt in den Kosten: Ein ASIC-Miner mit einem Kilowatt Leistung kostet rund 1.000 US-Dollar, eine vergleichbare GPU wie NVIDIAs B200 dagegen etwa 30.000 US-Dollar.
Das macht ASICs für den Einsatz im All deutlich attraktiver als die KI-Hardware, die Starcloud bisher testet. Johnston ging auf X noch weiter und schrieb, Bitcoin-Mining im Weltraum werde eine „massive Industrie” werden.

Seiner Einschätzung nach ist Mining auf der Erde langfristig sinnlos, da der gesamte Bedarf von aktuell rund 20 Gigawatt Dauerleistung perspektivisch ins All verlagert werden könne.
Der zweite Starcloud-Satellit soll noch 2026 starten und den ersten ASIC ins All bringen
Konkret plant Starcloud, die Bitcoin-ASIC-Miner auf dem Starcloud-2-Satelliten zu installieren, der im Laufe des Jahres starten soll. Dieser zweite Satellit soll die Solarenergie-Erzeugung gegenüber dem Vorgänger verhundertfachen. Das Unternehmen hat beim FCC einen Antrag für eine Konstellation von bis zu 88.000 Satelliten eingereicht, die als orbitale Rechenzentren dienen sollen – primär betrieben mit Solarenergie.
Dabei ist die natürliche Kühlung im Vakuum des Alls ein zusätzlicher Vorteil: ASIC-Miner erzeugen auf der Erde enorme Abwärme, die aufwendig abgeführt werden muss. Im Orbit entfällt dieses Problem weitgehend.
Trotzdem bleibt die Wirtschaftlichkeit offen. Johnston selbst räumt ein, dass sich ASIC-Modelle schnell überholen und die Rentabilität eines Miners im All durch neue Hardware-Generationen auf der Erde schnell sinken kann.
Im November 2025 lief bereits eine NVIDIA H100 GPU erfolgreich im Orbit
Starcloud hat den technischen Proof of Concept bereits geliefert. Im November 2025 brachte das Unternehmen einen Satelliten mit einer NVIDIA H100 GPU in den Orbit – das erste Mal, dass eine derart leistungsfähige GPU im Weltraum betrieben wurde.
Laut Berichten wurde auf dem Satelliten erfolgreich ein kleines KI-Modell trainiert. Allerdings fiel eine von fünf GPUs an Bord aus, was die Herausforderungen der Weltraumtechnik verdeutlicht: Kosmische Strahlung, begrenzte Missionsdauer und die Unmöglichkeit physischer Wartung bleiben ernsthafte Hürden.
Wer Bitcoin als dezentralstes Netzwerk der Welt versteht, erkennt in Space Mining mehr als eine technische Spielerei. Denn je breiter die Hashrate verteilt ist – ob auf der Erde oder im Orbit – desto widerstandsfähiger wird das Netzwerk gegen staatliche Eingriffe und geographische Konzentration.





