Der US-Senat hat ein Verbot des digitalen Zentralbankgeldes durchgewunken, waehrend die EZB den digitalen Euro vorbereitet. Zwei Geldordnungen driften auseinander.

Das CBDC Verbot USA steckt im 21st Century ROAD to Housing Act

Das CBDC Verbot USA nimmt Form an, untergebracht an einer Stelle, an der es kaum jemand vermutet. Die Klausel, die der Federal Reserve die Ausgabe eines digitalen Dollars untersagt, steckt in einem rund 300 Seiten langen Wohnungsbaugesetz. Inhaltlich hat sie mit bezahlbarem Wohnraum nichts zu tun.

Die Einbettung in ein populäres Gesetzespaket war ein kalkulierter Schritt. Als eigenständiges Krypto-Gesetz hätte das Verbot kaum parteiübergreifende Mehrheiten gefunden. Im Verbund mit Wohnungsmarktreformen sicherten sich die Befürworter dagegen breite Unterstützung. Das Verbot folgt auf eine Executive Order vom Januar 2026, die Bundesbehörden bereits die Arbeit an einer staatlichen Digitalwährung untersagt hatte.

CBDC Verbot USA trifft auf den digitalen Euro der EZB

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Während Washington dem staatlichen Digitalgeld ausweicht, geht Brüssel den umgekehrten Weg. Die Europäische Zentralbank bereitet den digitalen Euro vor und will laut eigener Planung ab der zweiten Jahreshälfte 2027 ein zwölfmonatiges Pilotprojekt durchführen. Eine mögliche Erstausgabe nennt die Notenbank fuer das Jahr 2029, vorausgesetzt, die EU-Gesetzgeber verabschieden die nötige Verordnung. Das berichtet die Europäische Zentralbank auf ihrer offiziellen Projektseite.

Hinter dem Gegensatz steht eine deutliche Marktasymmetrie. Auf Dollar lautende Stablecoins kommen zusammen auf eine Marktkapitalisierung von rund 317 Mrd. US-Dollar, während auf Euro lautende Token unter einer Mrd. US-Dollar bleiben. Das CBDC Verbot USA nimmt private Stablecoins ausdrücklich aus und verschafft den privaten Dollar-Token damit faktisch das Feld. Die EZB begründet ihr eigenes Projekt mit der Abhängigkeit Europas von ausserhalb des Kontinents betriebener Zahlungsinfrastruktur. Beide Seiten beantworten dieselbe Frage unterschiedlich, nämlich wer die Schienen kontrolliert, über die digitales Geld fliesst.

Das CBDC Verbot USA ist trotz klarer Senatsmehrheit noch kein fertiges Gesetz

Der Senat stimmte dem Paket mit 89 zu 10 Stimmen zu, eine ungewöhnlich breite Mehrheit über Parteigrenzen hinweg. Verbindlich ist damit allerdings noch nichts. Das Repräsentantenhaus muss zustimmen, und dort zeichnen sich Widerstände ab, weil ein Teil der Abgeordneten ein dauerhaftes statt eines bis 2030 befristeten Verbots fordert. Ankündigung und Abstimmung sind das eine, ein in Kraft getretenes Gesetz das andere.

Bemerkenswert bleibt, was das Verbot nicht auflöst. Es schliesst die Tür für den digitalen Dollar als staatliches Kontrollinstrument, ersetzt ihn aber durch privat herausgegebene Token, die ihre Deckung im selben Fiatgeld halten. Wer die Ausgabemenge bestimmt, bleibt in beiden Fällen eine zentrale Stelle. Eine Geldeinheit, deren Menge nach Ermessen ausgeweitet werden kann, trägt das Risiko des Wertverlusts unabhängig davon, ob sie von einer Notenbank oder einem Unternehmen stammt.

Wer eine Geldform sucht, deren Angebot programmatisch auf 21 Mio. Einheiten begrenzt ist und sich nicht politisch ausweiten laesst, landet bei einer anderen Antwort als beim digitalen Dollar oder digitalen Euro.

Wir berichteten über die Senatsabstimmung zum CBDC Verbot im Detail.

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