Ein Ausschuss des EU-Parlaments hat mit 43 zu 14 für den digitalen Euro gestimmt. Was das für den digitaler Euro Zeitplan bedeutet und was noch aussteht.

Digitaler Euro Zeitplan: ECON-Ausschuss stimmt mit 43 zu 14, doch ein Gesetz ist es noch nicht

Der digitaler Euro Zeitplan hat eine erste parlamentarische Marke erreicht. Am 23. Juni 2026 stimmte der Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments mit 43 zu 14 Stimmen bei einer Enthaltung für die gesetzlichen Grundlagen. Beschlossen wurde damit eine Verhandlungsposition, kein fertiges Gesetz.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil ein Ausschussvotum und eine in Kraft getretene Verordnung zwei verschiedene Dinge sind. Das Plenum des Parlaments muss die Position erst noch bestätigen, was im Juli erwartet wird. Erst danach beginnt die eigentliche Aushandlung mit den anderen EU-Institutionen.

Digitaler Euro Zeitplan: Vom Ausschussvotum bis zur Einigung Ende 2026

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Nach der Plenumsabstimmung folgt der sogenannte Trilog, in dem EU-Parlament, EU-Rat und EU-Kommission den endgültigen Gesetzestext aushandeln. Der Rat der Mitgliedstaaten hatte sich bereits zuvor positioniert, sodass nun drei Parteien mit teils unterschiedlichen Vorstellungen an einen Tisch kommen. Eine Einigung ist bis Ende 2026 angestrebt.

Ein zentraler Streitpunkt bleibt dabei bewusst offen. Die Obergrenze, wie viel digitales Zentralbankgeld eine Person halten darf, steht nicht im Gesetzestext. Stattdessen soll die EU-Kommission sie auf Empfehlung der EZB festlegen und regelmäßig überprüfen, wobei sich das Parlament ein Mitspracherecht sichert.

Als Leitplanken nennt die Ausschussposition einen ausdrücklichen Bargeldschutz und einen bargeldähnlichen Offline-Modus. Den genauen Wortlaut der Mitteilung dokumentiert das EU-Parlament auf seiner offiziellen Seite. Nach dem erklärten Ziel soll der digitale Euro das Bargeld ergänzen und nicht ersetzen.

Digitaler Euro Zeitplan: Pilot 2027, Ausgabe nicht vor 2029

Selbst wenn die Verhandlungen wie geplant Ende 2026 abgeschlossen werden, folgt keine sofortige Ausgabe. Vorgesehen ist zunächst eine zwölfmonatige Testphase ab 2027, in der die EZB die Technik unter realen Bedingungen mit Dienstleistern und Händlern prüft. Eine mögliche Ausgabe an Verbraucher gilt frühestens für 2029 als realistisch.

Die endgültige Entscheidung über die Ausgabe trifft am Ende die EZB, und zwar erst nach Verabschiedung der Verordnung. Bis dahin existiert ein Rechtsrahmen in Arbeit, aber kein ausgabefertiges Zahlungsmittel. Wer die einzelnen Stufen auseinanderhält, sieht, dass zwischen heutigem Votum und erster Zahlung noch mehrere Jahre und mehrere Hürden liegen.

Unabhängig vom Ausgang bleibt der digitale Euro ein zentral verwaltetes Geld, dessen Regeln, Haltegrenzen und Menge politisch festgelegt und später veränderbar sind. Genau hier liegt der Unterschied zu einem Geld, dessen Angebot programmatisch auf 21 Mio. Einheiten begrenzt ist und sich keiner nachtraeglichen Anpassung beugt. Wessen Wert von einer festen Knappheit statt von einer politischen Entscheidung abhaengt, folgt einer anderen Logik als jede Form von Zentralbankgeld.

Wir berichteten über die politischen Weichenstellungen beim digitalen Euro im Jahr 2026.

 

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