Ein XRP-Staking-Betrug mit einer gefälschten Flare-Network-Website hat nach Angaben der Polizei in Seoul 71 Anleger um insgesamt 3,4 Millionen XRP im Gegenwert von 8,5 Millionen US-Dollar gebracht. Drei Verdächtige wurden festgenommen, ein vierter wird per Interpol-Fahndung gesucht.
Gefälschte Flare-Website: So funktionierte der 8,5-Millionen-Dollar-Betrug
Ein XRP-Staking-Betrug hat Anleger nach Angaben der Polizeibehörde von Seoul im Oktober 2025 um 3,4 Millionen XRP im Gegenwert von 12,3 Milliarden Won gebracht, umgerechnet rund 8,5 Millionen US-Dollar. Die Täter kopierten die Webseite von Flare Network und dessen FXRP-Token unter der Domain fxrpntwork.com. Innerhalb von acht Tagen verloren 71 Investoren im Schnitt jeweils rund 119.000 US-Dollar, bevor die Betreiber die Seite am 23. Oktober 2025 abschalteten.
Der XRP-Staking-Betrug basierte auf dem Versprechen garantierten Kapitals bei monatlichen Renditen von 1,5 bis 1,8 Prozent für das FXRP-Staking, eine Größenordnung, die bei einem dezentralen Protokoll unüblich ist. Ermittler stuften den Fall als schweren Betrug ein und leiteten 54 Durchsuchungen sowie Beschlagnahmebefehle ein.
Seoul-Police stoppt Betrugs-Infrastruktur mit gefälschten Wikipedia-Einträgen
Um die gefälschte Website glaubwürdig wirken zu lassen, platzierten die Täter eigene Wikipedia-Einträge, Blogartikel und vermeintliche Nachrichtenbeiträge über das angebliche FXRP-Staking-Angebot. Ergänzend produzierten sie YouTube-Videos mit einem bezahlten Schauspieler, der als Vertreter des Projekts auftrat. Die reale Flare Network-Plattform bietet FXRP-Staking ausschließlich über ihre eigene Infrastruktur an.
Bei den Ermittlungen sicherte die Polizei Vermögenswerte von insgesamt 27,3 Milliarden Won, umgerechnet rund 18,8 Millionen US-Dollar, und fror davon 17,3 Milliarden Won ein. Drei Verdächtige im Alter von 29 und 34 Jahren wurden festgenommen, ein weiterer 29-jähriger Komplize wird per Interpol Red Notice gesucht. Den Beschuldigten wird schwerer Betrug vorgeworfen.
Dezentrale Tokens, zentralisierte Gefahren: Das Kontrollproblem
Der XRP-Staking-Betrug zeigt ein wiederkehrendes Muster: Nicht das zugrunde liegende Protokoll wird manipuliert, sondern das Vertrauen der Nutzer in eine gefälschte Oberfläche. Wer seine XRP an die vermeintliche FXRP-Staking-Plattform überwies, gab die Kontrolle über die eigenen Coins an unbekannte Dritte ab, statt sie selbst zu verwalten. Self-Custody Sicherheit bedeutet in diesem Zusammenhang vor allem, private Schlüssel nie gegenüber einer fremden Website preiszugeben, unabhängig davon, wie offiziell eine Seite wirkt.
Wer Coins hält, senkt das Risiko solcher Betrugsmaschen vor allem durch Selbstverwahrung und Skepsis gegenüber festen, überdurchschnittlichen Renditeversprechen. Genau diese Eigenverantwortung unterscheidet ein zensurresistentes Netzwerk von einer zentral verwalteten Kopie, die Nutzer in eine Falle locken kann.
Offen bleibt, ob der vierte Verdächtige gefasst wird und wie viel der eingefrorenen 17,3 Milliarden Won an die 71 Geschädigten zurückfließt. Die Ermittlungen der Polizei in Seoul laufen weiter.
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