Die Linke fordert eine Bitcoin-Besteuerung auch für Altbestände: Finanzpolitikerin Isabelle Vandre verlangt neben dem Ende der Haltefrist auch die Abschaffung des geplanten Bestandsschutzes für bereits gekaufte Kryptowerte. Betroffen wären Anleger, die ihre Coins schon vor einer Gesetzesänderung erworben haben.

Isabelle Vandre fordert Besteuerung von Altbeständen

Die Linksfraktion hat ihre Forderung nach einer schärferen Bitcoin-Besteuerung in dieser Woche verschärft: Finanzpolitikerin Isabelle Vandre verlangt, dass auch bereits gehaltene Kryptowerte rückwirkend besteuert werden, nicht nur künftige Käufe. Bislang sieht der Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums für Altbestände einen Bestandsschutz vor, der nach Vandres Vorstellung ersatzlos entfallen soll.

Aktuell bleiben Gewinne aus dem Verkauf von Bitcoin nach einem Jahr Haltefrist gemäß Paragraf 23 Einkommensteuergesetz steuerfrei, ebenso wie bei Gold oder Devisen. Das Bundesfinanzministerium plant im Rahmen der für 2027 angekündigten Reform, diese Frist für Neuerwerbe abzuschaffen. Für Bestände, die vor dem Stichtag gekauft wurden, sollte die bisherige Regelung nach dem bisherigen Entwurf weiterlaufen.

Haltefrist genügt nicht: Neue Forderung nach retroaktiver Krypto-Steuer

Die Linke geht mit ihrer Forderung deutlich über den Regierungsentwurf hinaus. Kryptowerte sollen nach ihrem Modell künftig in den Katalog des Paragrafen 20 Einkommensteuergesetz aufgenommen werden, rückwirkend zum Tag der Gesetzesverkündung. Die schärfere Bitcoin-Besteuerung soll laut Vandre unabhängig vom Erwerbszeitpunkt für alle Bestände gelten. Damit entfiele nicht nur die Haltefrist, sondern auch der persönliche Steuersatz zugunsten einer pauschalen Kapitalertragsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag.

In einer Stellungnahme der Linksfraktion wirft Vandre der Regierung vor, mit dem Bestandsschutz der Krypto-Lobby entgegenzukommen. Zusätzlich fordert die Linke eine Wegzugsbesteuerung nach Paragraf 6 Außensteuergesetz, wie sie bereits für Aktienbestände gilt. Wer Deutschland verlässt, müsste demnach auch unrealisierte Bitcoin-Gewinne versteuern, bevor er sein Vermögen mitnehmen darf.

Rückwirkung ohne Übergangsfrist: Das fordert die Linke von Bitcoin-Haltern

Für Anleger, die ihre Coins über Jahre in Selbstverwahrung gehalten haben, würde der Vorstoß bedeuten, dass Planungssicherheit nachträglich entzogen wird. Die Bitcoin-Besteuerung von Altbeständen ohne Übergangsfrist träfe damit gerade jene, die sich bewusst gegen kurzfristigen Konsum und für langfristiges Sparen entschieden haben. Wie stark der Staat auf bereits abgeschlossene Kaufentscheidungen zugreifen darf, bleibt eine offene Frage zwischen Dezentralität und Staatskontrolle über privates Eigentum.

Eine rückwirkende Steuerpflicht ohne Vertrauensschutz verschiebt das Risiko einseitig auf den Sparer, der auf geltendes Recht vertraut hatte. Wer Vermögen langfristig plant, muss künftig auch mit nachträglichen Eingriffen in bereits getroffene Entscheidungen rechnen.

Ob sich die Forderung der Linken im weiteren Gesetzgebungsverfahren durchsetzt, ist offen. Die Koalition hat sich bislang nicht dazu positioniert.

Wir berichteten über die geplante Abschaffung der Krypto-Haltefrist im Finanzbericht 2027.

Unser Qualitätsanspruch

Unsere Redaktionsrichtlinien bei Krypto Guru zielen darauf ab, Dir präzise, gut recherchierte und objektive Informationen im Bereich Kryptowährungen zu bieten. Jedes Stück Inhalt wird von einem Team aus erfahrenen Krypto-Experten und Redakteuren sorgfältig geprüft, um sicherzustellen, dass Du nur die verlässlichsten und aktuellsten Informationen erhältst. So kannst Du sicher sein, dass die Inhalte, die Du bei uns findest, nicht nur relevant, sondern auch von echtem Mehrwert für Dich sind.

Telegram Channel

Komm in unseren kostenlosen Telegram Channel und erhalte die News als erster!

Aktuelle News

Weitere aktuelle News