Bitcoin fällt synchron mit Software-Aktien. Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF (IGV) verlor seit Oktober 2025 35 Prozent, Bitcoin 28 Prozent. Die 30-Tage-Rolling-Korrelation zwischen beiden liegt bei 0,73. AI-Disruption trifft Software-Firmen existenziell. Nach dem Launch von Claude Code Security am 20. Februar wurden 52,6 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung in zwei Tagen ausgelöscht. Bitcoin fiel parallel. Der Markt behandelt Bitcoin nicht als digitales Gold, sondern als High-Beta Tech-Play.
In Kürze
- Software-Stocks crashen 35 Prozent seit Oktober: Bitcoin folgt mit 28 Prozent
- 0,73-Korrelation zwischen Bitcoin und IGV: Was die Zahl konkret bedeutet
- Digital-Gold-These versagt: Bitcoin korreliert mit Risiko-Assets statt Flucht-Assets
Software-Stocks crashen 35 Prozent seit Oktober: Bitcoin folgt mit 28 Prozent
IGV peaked im Oktober 2025 bei etwa 123 Dollar. Seitdem fällt der ETF kontinuierlich und steht jetzt bei 80 Dollar, 35 Prozent unter dem Höchststand. Der 40-Week Moving Average liegt bei 106 Dollar und wurde komplett durchbrochen. Bitcoin peaked ebenfalls im Oktober bei 126.000 Dollar und steht jetzt bei etwa 63.800 Dollar. Das entspricht einem Rückgang von 28 Prozent.
Die Magnificent 7 Stocks zeigen dasselbe Muster. Alle drei Assets bewegten sich 2024 und 2025 synchron nach oben und fallen jetzt synchron nach unten. John Roque von 22V Research bezeichnet es als eine einzige Trade. Der Februar 2026 war für IGV der schlechteste Monat seit 2008 mit minus 15 Prozent. Bitcoin verlor im selben Zeitraum ähnlich stark.

Der Trigger war AI-Disruption. Claude Code Security ermöglicht automatisierte Code-Reviews und Vulnerability-Scans, was die Geschäftsmodelle von CrowdStrike, Palo Alto Networks und Cloudflare bedroht. Diese Firmen verloren innerhalb von zwei Tagen 20, 8,9 und 18,5 Prozent. Bitcoin fiel zeitgleich, weil Investoren dieselben Portfolios halten und bei Verlusten deleveragen müssen.
0,73-Korrelation zwischen Bitcoin und IGV: Was die Zahl konkret bedeutet
Eine Korrelation von 0,73 bedeutet, dass Bitcoin und IGV zu 73 Prozent synchron laufen. Perfekte Korrelation wäre 1,0, keine Korrelation wäre 0. ByteTree dokumentierte die 30-Tage-Rolling-Korrelation Anfang Februar bei 0,73. Das ist höher als Bitcoin jemals zu Gold korrelierte.
Bitcoin wird nicht als unabhängiger Vermögenswert behandelt, sondern als Extension des Tech-Sektors. Die Mechanik ist einfach: Investoren nutzen Bitcoin als Collateral in leveraged Portfolios. Sie halten gleichzeitig Software-Stocks und Bitcoin. Wenn Software-Stocks fallen, sinkt der Wert des Collaterals. Das zwingt zu Margin Calls und Verkäufen.
Bitcoin wird verkauft, weil es liquide ist, nicht weil es fundamental schwach ist. Dieser Mechanismus verstärkt sich selbst. Je mehr verkauft wird, desto mehr Collateral-Wert verschwindet, desto mehr muss verkauft werden.
Matthew Sigel von VanEck fasst es zusammen: Bitcoin ist nur Open-Source Software. Jim Bianco ergänzt: Programmable Money und Software sind dasselbe. Der Markt behandelt Bitcoin entsprechend.
Digital-Gold-These versagt: Bitcoin korreliert mit Risiko-Assets statt Flucht-Assets
Gold stieg 2025 um 65 Prozent. Bitcoin fiel um 6 Prozent. Das allein widerlegt die Digital-Gold-These empirisch. Gold profitiert von Unsicherheit, Bitcoin leidet darunter. Der Unterschied liegt in der Asset-Klassifikation. Gold ist ein Low-Duration-Asset ohne Cashflow-Abhängigkeit. Bitcoin ist ein High-Duration-Asset, dessen Bewertung stark von Liquidität und Risiko-Appetit abhängt.
Wenn Liquidität schrumpft, fallen High-Duration-Assets zuerst. SaaS-Stocks sind High-Duration, weil ihre Bewertung auf zukünftigen Cashflows basiert. Bitcoin hat keine Cashflows, wird aber wie ein wachstumsorientiertes Asset bewertet.
Das macht es anfällig für dieselben Faktoren wie Software-Stocks: steigende Zinsen, sinkende Risiko-Toleranz, Deleveraging. LMAX Strategist bezeichnet Bitcoin als High-Beta Risk Play, nicht als digitales Gold. ByteTree erwartet, dass Tech-Bärenmärkte durchschnittlich 14 Monate dauern. Wenn der Crash im Oktober 2025 begann, endet er statistisch im Dezember 2026. Bitcoin würde entsprechend erst dann drehen, wenn Software-Stocks drehen.
Bitcoin folgt nicht Gold, sondern Tech. Die 0,73-Korrelation zu Software-Stocks dokumentiert, dass Bitcoin strukturell als Risiko-Asset behandelt wird, nicht als Hedge. Wer Bitcoin als Flucht vor Fiat-Entwertung kauft, erhält stattdessen Exposure zu Tech-Volatilität. Das ändert sich erst, wenn Bitcoin beginnt, sich von Software-Stocks zu entkoppeln. Bisher zeigt nichts darauf hin, dass das passiert.





