Das mögliche Bitcoin Haltefrist Aus stößt innerhalb der eigenen Koalition auf Widerstand. Bundeskanzler Friedrich Merz hat öffentlich erklärt, der Koalitionsvertrag schließe Steuererhöhungen aus. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat trotzdem Eckwerte beschlossen, die genau eine solche Anpassung vorsehen.
Klingbeil kündigt Krypto Steuerreform für Haushalt 2027 an
Auf der Bundespressekonferenz am 29. April 2026 hat Klingbeil bestätigt, dass die Bundesregierung die Besteuerung von Kryptowährungen ändern will. Konkret geht es um eine Anpassung im Eckwertebeschluss zum Bundeshaushalt 2027, den das Kabinett am gleichen Tag verabschiedet hat.
Zusammen mit der Bekämpfung von Finanz- und Steuerkriminalität soll die neue Krypto-Besteuerung rund 2 Mrd. Euro pro Jahr einbringen. Die offizielle Position der Bundesregierung ist auf der Webseite zum Kabinettsbeschluss dokumentiert.
Details zur konkreten Ausgestaltung will Klingbeil erst zur Etatreife Anfang Juli 2026 vorlegen. Ob die einjährige Haltefrist nach §23 EStG vollständig abgeschafft oder nur eingeschränkt wird, bleibt damit zunächst offen. Das Bitcoin Haltefrist Aus wäre die naheliegendste Form, um die angepeilten Mehreinnahmen zu generieren.
Merz beruft sich öffentlich auf den Koalitionsvertrag
Friedrich Merz hat in einer öffentlichen Stellungnahme zum Eckwertebeschluss erklärt:
Wir haben einen Koalitionsvertrag und wir haben uns in diesem Koalitionsvertrag darauf verständigt, dass die Steuern nicht erhöht werden. Und dieser Koalitionsvertrag gilt.
Diese Aussage steht in deutlichem Spannungsverhältnis zu Klingbeils Plänen. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD ist eine Anpassung der Krypto-Haltefrist nicht vereinbart. Die CDU/CSU-Fraktion verweist zudem auf die steuerliche Systematik nach §23 EStG. Bitcoin wird darin gleich behandelt wie Gold, Fremdwährungen und sonstige Wirtschaftsgüter im Privatvermögen. Eine isolierte Abschaffung allein für Bitcoin würde diese Systematik durchbrechen, ohne Verankerung im Koalitionsvertrag.
CDU CSU Fraktion sieht keinen Anlass zur Änderung der Haltefrist
Olav Gutting, finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, hat die Position der Union klar formuliert. Aus Sicht der Fraktion bestehe kein Anlass, an der bewährten Regelung etwas zu ändern.
Damit wird die Mehrheitsfrage zur entscheidenden politischen Hürde. Ohne die Stimmen der CDU/CSU-Fraktion lässt sich Klingbeils Reform im Bundestag nicht durchsetzen, auch die AfD positioniert sich klar gegen das Bitcoin Haltefrist Aus. Hinter den Kulissen sollen sich Merz und Klingbeil laut Berichten dennoch auf eine Reform verständigt haben.
Das Bitcoin Haltefrist Aus berührt damit nicht nur Steuerpolitik, sondern auch die Glaubwürdigkeit von Wahlversprechen. Wer Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel hält, trifft eine bewusste Geldwahlentscheidung gegen ein elastisches Fiat-System. Die einjährige Haltefrist war über Jahre ein bewusster Anreiz für langfristiges Sparen, kein Schlupfloch.
Ein Steuersystem, das diesen Anreiz beseitigt, verschiebt die Beweislast zurück zum Halter und erhöht die Zeitkosten der Verwahrung. In einem Geldsystem mit fester Obergrenze von 21 Mio. Einheiten bleibt die strukturelle Knappheit unverändert, unabhängig davon, wie der nationale Steuerrahmen aussieht. Was sich verändert, ist die Verteilung dieser Knappheit zwischen den Haltern.
Wir berichteten über die offizielle Ankündigung der Krypto-Steuerreform durch Klingbeil.





