Die BlackRock Tokenisierung erreicht den klassischen Geldmarkt: Der größte Vermögensverwalter der Welt hat bei der US-Börsenaufsicht beantragt, die Anteile eines knapp 7 Mrd US-Dollar schweren Treasury-Fonds als Token auf Ethereum abzubilden. Damit rückt institutionelles Kapital ein Stück näher an öffentliche Blockchains. Was nach einem großen Schritt klingt, ist zunächst ein Antrag und kein zugelassenes Produkt.

SEC-Antrag bringt einen Treasury-Fonds als ERC-20 auf Ethereum

BlackRock reichte Anfang Mai 2026 zwei Anträge bei der Börsenaufsicht ein. Der erste betrifft eine tokenisierte Anteilsklasse für den BlackRock Select Treasury Based Liquidity Fund, einen regulierten Geldmarktfonds. Dieser Fonds investiert ausschließlich in kurzlaufende US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von höchstens 93 Tagen und in kurzfristige besicherte Geldgeschäfte. 

Die Anteile sollen über ERC-20-Token auf Ethereum abgebildet werden, während BNY Mellon das offizielle Register führt. Ein zweiter Antrag betrifft ein neu geschaffenes Reserve-Vehikel auf Blockchain-Basis. Beide Schritte bauen auf dem Fonds BUIDL auf, den BlackRock 2024 startete und der inzwischen rund 2,5 Mrd US-Dollar verwaltet.

BlackRock Tokenisierung verlagert Geldmarktanteile auf eine öffentliche Chain

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Mit der BlackRock Tokenisierung wandern die Eigentumsnachweise eines etablierten Geldmarktfonds auf eine öffentliche Blockchain. Tokenisiert wird dabei das Register, es wird kein Geld in Token investiert. Die hinterlegten Werte bleiben kurzlaufende US-Staatsanleihen, neu ist allein die Form, in der Anteile gehalten und übertragen werden.

Adressiert wird vor allem der Markt der an den US-Dollar gebundenen Token, deren Halter so in ein reguliertes, verzinstes Produkt wechseln könnten, ohne den Umweg über ein Bankkonto.

Der breitere Hintergrund ist ein wachsender Markt, denn tokenisierte Staatsanleihen erreichen inzwischen rund 14 Mrd US-Dollar, der größere Teil davon auf Ethereum. Für die Einordnung als Adoptionssignal zählt vor allem, dass hier der größte Vermögensverwalter der Welt diesen Weg geht und nicht ein Nischenanbieter.

BlackRock Tokenisierung lässt die Kontrolle bei den Institutionen

Die BlackRock Tokenisierung läuft zwar über eine öffentliche Blockchain, die Kontrolle bleibt aber bei den bekannten Akteuren. BNY Mellon führt das offizielle Register, und die Token sind über eine Identitätsprüfung an zugelassene Anleger gebunden, bei einer Mindestanlage von 3 Mio US-Dollar.

Es handelt sich also um erlaubnispflichtiges Fiat auf einer Blockchain, nicht um ein offenes Netzwerk, und bisher liegt nur ein Antrag ohne Starttermin vor. Die eigentliche Einordnung betrifft das Geld selbst. Tokenisiertes Fiat beschleunigt die Abwicklung, ändert aber nichts an der Natur des zugrundeliegenden US-Dollars, der beliebig ausgeweitet werden kann.

Eine programmierbare Hülle macht eine weiche Währung nicht knapp. Genau hier unterscheidet sich Bitcoin grundlegend, denn seine Obergrenze von 21 Mio. Einheiten liegt im Protokoll und nicht im Ermessen einer Institution.

Die Adoption der On-Chain-Abwicklung zeigt damit die Richtung, in die sich Geld bewegt, während die härteste Form dieser Entwicklung weiterhin Bitcoin bleibt.

Wir berichteten über BlackRocks Bewegungen im Bitcoin-ETF-Markt.

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