Beschlagnahmte Bitcoin im Wert von rund 5 Mrd. US-Dollar: Ein britisches Gericht verbessert am 13. Oktober 2026 die Aussichten des Staates, die Coins zu behalten.

Beschlagnahmte Bitcoin bleiben im Staatsbesitz

Ein britisches Gericht hat am 13. Oktober 2026 eine Entscheidung getroffen, die dem Staat bessere Aussichten auf rund 61.000 beschlagnahmte Bitcoin verschafft. Der Bestand ist nach Angaben von CoinDesk rund 5 Mrd. US-Dollar (3,8 Mrd. Pfund) wert. Endgültig geklärt ist die Verwendung der Coins damit nicht.

Die Bitcoin stammen aus einem Betrugsverfahren gegen die Chinesin Zhimin Qian. Sie wurde im November 2025 zu mehr als elf Jahren Haft verurteilt. Die Behörden hatten die Coins bereits zuvor bei den Ermittlungen sichergestellt.

Gericht entscheidet über Eigentum an Milliardenwert

Um die beschlagnahmten Bitcoin streiten der britische Staat und mutmaßlich Geschädigte aus China. Die Staatsanwaltschaft Crown Prosecution Service hat dafür ein ziviles Einziehungsverfahren vor dem High Court eingeleitet. Grundlage ist der Proceeds of Crime Act, das britische Gesetz zur Einziehung von Verbrechenserlösen.

Berichten zufolge haben sich mehr als 1.300 mutmaßlich Geschädigte gemeldet. Nur etwa 5 bis 6 Prozent der Betroffenen sind demnach anwaltlich vertreten. Sie wenden sich gegen einen Entschädigungsplan über ein chinesisches Verfahren, der nach ihrer Darstellung dem britischen Staat einen Großteil des Wertzuwachses der Coins überlassen könnte.

Die Zahlen schwanken je nach Bitcoin-Kurs und Quelle. Andere Medien nannten zuletzt rund 3,2 Mrd. Pfund.

Eigentumsrechte gegenüber dem Staat unter Druck

Der Fall zeigt, wie weit die Verfügungsgewalt eines Staates über beschlagnahmte Bitcoin reichen kann. Ob die Coins verkauft, in eine Reserve überführt oder an Geschädigte ausgezahlt werden, ist nicht entschieden. Ob das Urteil rechtskräftig ist und welche Rechtsmittel offen sind, geht aus der Meldung nicht hervor.

Für die Beteiligten gehen die Anreize auseinander. Der Staat gewinnt, wenn er Coins behält, deren Wert seit der Sicherstellung stark gestiegen ist. Die Geschädigten verlieren nach eigener Darstellung, wenn ihre Entschädigung nur nach dem früheren Wert bemessen wird.

Beschlagnahmte Bitcoin gehören den Geschädigten nur dann, wenn ein Gericht das anordnet. Bis dahin liegt die Verfügung beim Staat, und dessen Interessen müssen nicht mit denen der Opfer übereinstimmen.

Offen ist, ob das Urteil Bestand hat und nach welchem Wert entschädigt wird. Davon hängt ab, ob der Staat einen Teil der Coins dauerhaft behält.

Wir berichteten über staatliche Bitcoin-Bestände.

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