Der CLARITY Act liegt seit dem 1. Juni auf dem Senatskalender. Drei Blocker stehen einer Abstimmung im Weg, der 4. Juli gilt als unrealistisch.
Der CLARITY Act Zeitplan steht im Mittelpunkt der Debatte um das wichtigste Krypto Marktstruktur Gesetz der USA. Seit dem 1. Juni 2026 liegt der Entwurf auf dem Senatskalender, abstimmungsfähig, aber ohne Termin. Drei Konflikte stehen vor der Abstimmung im Plenum.
Ethik-Streit blockiert die sieben fehlenden Demokraten-Stimmen
Der erste Blocker ist ein Streit über Ethik-Regeln. Die Demokraten geben die nötigen 60 Stimmen nicht her, solange Leitplanken rund um die geschäftlichen Krypto-Interessen des Präsidenten fehlen. Das Weiße Haus lehnt solche auf Trump zugeschnittenen Formulierungen ab, das letzte Verhandlungstreffen endete ohne Ergebnis.
Hinzu kommen der Agrar-Teil des Entwurfs und die Zusammenführung der Versionen aus Banken- und Agrarausschuss. Der vollständige Gesetzestext liegt im US-Kongress unter Nummer 3633. Im CLARITY Act Zeitplan wirken diese Punkte strukturell, nicht als Formsache.
15 zu 9 im Bankenausschuss reicht nicht für die 60-Stimmen-Hürde
Das Repräsentantenhaus verabschiedete den Entwurf im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen. Am 14. Mai 2026 brachte ihn der Bankenausschuss des Senats mit 15 zu 9 Stimmen weiter. Die zwei zustimmenden Demokraten betonten aber, ihre Zustimmung sei bedingt und nicht automatisch ein Ja im Plenum.
Für das Plenum braucht es 60 Stimmen, also mindestens sieben Demokraten zusätzlich zu allen Republikanern. Der 4. Juli ist kein gesetzlicher Termin, sondern eine selbst gesteckte Zielvorgabe des Weißen Hauses. Die Washington-Korrespondentin Eleanor Terrett nannte ihn am 13. Juni logistisch unmöglich.
Galaxy senkt die Chance auf 60 Prozent, Polymarket auf rund 51 Prozent
Die Prognosemärkte stützen diese Lesart. Galaxy Digital senkte seine Chance für eine Verabschiedung 2026 auf 60 Prozent, Polymarket liegt bei rund 51 Prozent, kurzfristige Kalshi-Kontrakte tiefer. Die Passage bleibt ein offenes Rennen, das ins nächste Jahr rutschen kann.
Ein Punkt geht oft unter. Der CLARITY Act zieht eine Linie zwischen digitalem Rohstoff und Wertpapier. Bitcoin und Ethereum landen auf der Rohstoff-Seite, für sie wäre die Klarheit ein Vorteil. Dieselbe Linie kann viele Altcoins jedoch auf die Wertpapier-Seite drücken, mit deutlich höheren Anforderungen.
Für einen langfristig orientierten Halter ist weniger entscheidend, ob ein Termin hält, als woraus Bitcoins Wert entsteht. Regulatorische Klarheit kann institutionelle Nachfrage erleichtern, sie bleibt aber ein Katalysator und keine Garantie. Bitcoin ist kein Krypto-Sammelbegriff, sondern ein eigenes System mit fester Obergrenze von 21 Mio. Einheiten. Diese Endlichkeit verändert kein Gesetz, und darin liegt der Unterschied zur Altcoin-Frage, die der CLARITY Act erst klären müsste.
Wir berichteten über die Prognose von Kevin O’Leary, der ein Bitcoin Kursziel an die Verabschiedung des CLARITY Act knüpft.





