Erstmals in diesem Zyklus liegen mehr Bitcoin im unrealisierten Verlust als im Gewinn. Die On-Chain-Daten beschreiben eine Stresszone, kein bestätigtes Bodensignal.

In Kürze

  • Rund 10,5 Mio. Bitcoin liegen im unrealisierten Verlust, mehr als die Hälfte aller Coins.
  • Erstmals in diesem Zyklus übersteigt der Verlust-Anteil die Coins im Gewinn (rund 9,8 Mio.).
  • Das Signal markiert eine Stresszone, keinen bestätigten Boden.

Mehr als die Hälfte aller Bitcoin wird derzeit im unrealisierten Verlust gehalten. Stand 4. Juni 2026 zeigen die On-Chain-Daten rund 10,5 Mio. Coins unter ihrer Kostenbasis. Erstmals in diesem Zyklus liegen damit mehr Bitcoin im Verlust als im Gewinn.

10,5 Mio. Coins im unrealisierten Verlust: was die On-Chain-Daten messen

Ein Coin gilt als im Verlust, wenn der aktuelle Preis unter dem Preis liegt, zu dem er zuletzt bewegt wurde. Bei rund 20 Mio. umlaufenden Bitcoin stehen etwa 10,5 Mio. unter Wasser, die Coins im Gewinn sind auf rund 9,8 Mio. gefallen.

Ausgelöst hat das ein Rückgang des Preises auf etwa 61.300 US-Dollar, womit Bitcoin den 200-Wochen-Durchschnitt berührte. Diese Marke wurde in jedem früheren Bärenmarkt erreicht. Die Daten stammen von Glassnode und sind dort einsehbar. Begleitet wird der Rückgang von Abflüssen aus den Bitcoin-ETFs an 13 Handelstagen in Folge.

On-Chain-Daten machen den unrealisierten Verlust für jeden nachprüfbar

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Der unrealisierte Verlust ist keine Schätzung einer Behörde, sondern aus der Blockchain ablesbar. Jede Transaktion trägt einen Zeitstempel und einen Preis, daraus lässt sich für jeden Coin bestimmen, ob er über oder unter seiner Kostenbasis liegt.

Diese Transparenz unterscheidet Bitcoin von staatlichem Geld. Bei Fiat gibt es keine vergleichbare, offene Bilanz darüber, wie viele Einheiten unter welcher Kostenbasis gehalten werden. Beim Bitcoin kann jeder die Verteilung selbst nachrechnen, ohne auf eine zentrale Meldestelle angewiesen zu sein.

Unrealisierter Verlust bei Bitcoin in vier Zyklen unterschiedlich lang

Dass über die Hälfte der Coins im unrealisierten Verlust liegt, beschreibt einen Zustand, kein Timing. In früheren Zyklen trat diese Lage rund um die Tiefs von 2015, 2019, März 2020 und 2022 auf, die Dauer schwankte aber stark. 2015 hielt sie fast ein Jahr an, 2019 und 2022 jeweils etwa sechs Monate, im März 2020 nur rund einen Monat.

Ein Boden ist erst im Nachhinein erkennbar, das Überholen der Verlust-Coins beweist ihn nicht. Festhalten lässt sich nur die nüchterne Datenlage, die historische Deutung als Bodensignal bleibt eine Interpretation. Unverändert bleibt davon das Angebot. Bitcoin hat eine fest programmierte Obergrenze von 21 Mio. Einheiten, die kein Kursverlauf und keine zentrale Stelle verändern kann. Der unrealisierte Verlust spiegelt die Stimmung der Käufer, nicht eine Schwäche des Geldes selbst.

Wir berichteten über einen weiteren On-Chain-Indikator, der in der Vergangenheit jeden Zyklusboden markierte.

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