Die Liquid-Bridge Sicherheit steht nach einem Vorfall vom 6. September 2026 infrage: Aus der Federation-Reserve des Bitcoin-Sidechain-Netzwerks Liquid wurden rund 4.019 Bitcoin im Wert von etwa 320 Mio. US-Dollar abgezogen.

Rund 4.000 Bitcoin entzogen

Die Liquid-Bridge Sicherheit steht nach einem Vorfall vom Sonntag, 6. September 2026, infrage: Aus der Federation-Reserve des Bitcoin-Sidechain-Netzwerks Liquid wurden rund 4.019 Bitcoin im Wert von etwa 320 Mio. US-Dollar abgezogen. Die Abbuchung erfolgte als Peg-out-Transaktion, bei der laut Berichten der SideSwap-Autorisierungsschlüssel für Auszahlungen genutzt wurde. Beobachter zählen ihn zu den größten bekannten Sicherheitsvorfällen im Bitcoin-Umfeld des Jahres 2026.

Eine an die Transaktion angehängte Nachricht verweist auf einen Signal-Kontakt und deutet auf einen möglichen White-Hat-Hintergrund hin. Bestätigt ist diese Einordnung bislang nicht: Ledgers Chief Technology Officer und weitere Sicherheitsforscher wiesen sie öffentlich zurück und sprachen von klassischem Diebstahl. Die abgezogenen Bitcoin wurden seit der Transaktion nicht weiterbewegt.

Dezentralisierung schützte nicht

Liquid ist als Federated Sidechain konstruiert: Statt eines einzelnen Betreibers verwaltet eine Gruppe von Functionaries die Reserven gemeinsam, das soll Einzelrisiken reduzieren. Der Vorfall zeigt, dass diese Struktur die Liquid-Bridge Sicherheit gegen einen Fehler in der Autorisierungslogik nicht geschützt hat.

Blockstream reagierte, indem Bridge-Knoten pausiert und Börsen aufgefordert wurden, Ein- und Auszahlungen von L-BTC vorübergehend auszusetzen. Mehrere Handelsplätze folgten der Aufforderung noch am selben Tag und setzten den L-BTC-Handel aus. Aktuelle Meldungen dazu veröffentlicht das Unternehmen auf der eigenen Statusseite. Der Zugang zur Sidechain bleibt eingeschränkt, bis die Ursache vollständig geklärt ist.

Der Bitcoin auf der Hauptchain war von dem Vorfall nicht betroffen, ebenso wenig Guthaben außerhalb der Federation-Reserve. Betroffen war ausschließlich das L-BTC-Abbild auf der Sidechain und dessen Rückverankerung.

Verwahrungsrisiko der Infrastruktur

Der Vorfall zeigt einen Unterschied, der bei der Liquid-Bridge Sicherheit oft übersehen wird: Wer L-BTC hält, hält einen Anspruch auf eine Federation-Reserve, nicht Bitcoin in eigener Verwahrung. Zwischen dem nativen Bitcoin-Netzwerk und jeder Brücke darüber liegt zusätzlicher Code, der fehlerhaft sein kann, unabhängig davon, wie dezentral die Verwaltung organisiert ist. Diese Trennung gilt unabhängig von der Reputation des Betreibers oder der Anzahl beteiligter Functionaries.

Jede zusätzliche Vertrauensschicht zwischen Nutzer und der Basis-Chain schafft ein eigenständiges Bitcoin Verwahrungsrisiko, das mit der Menge der 21 Mio. Bitcoin selbst nichts zu tun hat. Offen bleibt, ob die entzogenen Mittel zurückfließen und wie die Autorisierungslogik der Bridge künftig abgesichert wird.

Wir berichteten über einen ähnlichen Bridge-Vorfall bei Verus.

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