Die Kryptobörsen Verwahrung steht bei Orionx im Mittelpunkt: Ein Audit deckte auf, dass mehr als sieben Millionen US-Dollar an Kundenvermögen aus der Verwahrung der chilenischen Plattform in fremde Wallets abgeflossen sind. Orionx kündigte am 3. September 2026 die vollständige Schließung an.

Audit zeigt sieben Millionen Dollar außerhalb der Verwahrung

Eine forensische Prüfung bei der chilenischen Kryptobörse Orionx zeigt, wie groß das Kontrollrisiko in der Kryptobörsen Verwahrung ausfallen kann. Zwischen 2018 und 2021 wurden mehr als sieben Millionen US-Dollar an Kundenvermögen aus den Wallets der Plattform in Adressen transferiert, die nicht von Orionx verwaltet wurden. Betroffen sind nach Angaben des Unternehmens Bitcoin, Ethereum, XRP und Polygon. Orionx kündigte den Fund am 3. September 2026 zusammen mit der vollständigen Schließung der Plattform an.

Das 2017 gegründete Unternehmen bot Krypto-Handel und -Verwahrung in Chile, Peru, Kolumbien und Mexiko an und bediente nach eigenen Angaben mehrere zehntausend Kunden in der Region. Investor der Series-A-Runde im Juni 2025 war laut Orionx allein der Stablecoin-Emittent Tether. Eine unabhängige externe Kontrollinstanz war zuvor nicht eingebunden.

Wie zentrale Börsen das Kontrollrisiko tragen

Der Fall zeigt ein Grundproblem der Kryptobörsen Verwahrung: Kunden übertragen die Kontrolle über die privaten Schlüssel ihrer Coins an die Plattform. Sie verlassen sich auf deren interne Kontrollen, ohne selbst prüfen zu können, wo die Bestände tatsächlich liegen. Bei Orionx blieb die Verschiebung der Mittel laut Audit über Jahre unentdeckt.

Die aufsichtsrechtliche Lage verschärft den Fall zusätzlich: Die chilenische Finanzaufsicht CMF stellte klar, dass Orionx nie als Anbieter nach dem Fintech-Gesetz registriert war. Einen Zulassungsantrag hatte die Behörde bereits am 19. Juni 2026 abgelehnt. Zugleich betonte die CMF, dass sie den Liquidationsprozess von Orionx nicht verwaltet und keine Befugnis hat, Kundenvermögen zurückzufordern.

Warum Orionx die Schließung ankündigte

Orionx erstattete nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen die Mitgründer Roberto Zibert und Joaquín Díaz, denen der Vorwurf des Vermögensabflusses gilt. Beide bestreiten die Vorwürfe. Das Unternehmen erklärte, seine einzige Priorität sei nun, möglichst viel Kundenvermögen zurückzuzahlen. Abhebungen blieben vorerst ausgesetzt.

Damit unterlag die Kryptobörsen Verwahrung bei Orionx über Jahre hinweg keiner wirksamen externen Kontrolle, weder durch die Aufsicht noch durch die Kunden selbst.

Wer die eigenen privaten Schlüssel nicht selbst verwahrt, gibt die Kontrolle über seine Coins an die Plattform ab. Offen bleibt, wie viel von den mehr als sieben Millionen US-Dollar die Kunden von Orionx zurückerhalten. Eine Frist dafür nannte das Unternehmen bislang nicht.

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