Der Luxemburg Bitcoin ETF ist jetzt amtlich. Der geprüfte Jahresabschluss 2025 des Fonds souverain intergénérationnel du Luxembourg, des staatlichen Generationenfonds, weist erstmals ein Bitcoin-Engagement aus. Rund 7,9 Mio. Euro flossen im vierten Quartal in drei US-Produkte, was zum Jahresende 0,75 Prozent des Fondsvermögens entspricht.
Luxemburg Bitcoin ETF in der geprüften Jahresbilanz bestätigt
Angekündigt hatte Finanzminister Gilles Roth den Schritt bereits im Oktober 2025 zur Haushaltsvorlage 2026. Eine politische Ankündigung ist jedoch noch keine umgesetzte Bilanzposition. Erst der von EY geprüfte und vom Regierungsrat genehmigte Jahresabschluss bestätigt den Luxemburg Bitcoin ETF mit konkreten Zahlen.
Drei Zeilen im Anhang weisen Anschaffungskosten von rund 7,9 Mio. Euro und einen Marktwert von 5,87 Mio. Euro zum 31. Dezember 2025 aus. Daraus ergibt sich ein nicht realisierter Buchverlust von 2,02 Mio. Euro, also minus 25,6 Prozent auf die Kosten.
Damit ist Luxemburg der erste Staatsfonds der Eurozone mit einem ausgewiesenen Bitcoin-Bestand. Das Engagement bleibt mit 0,75 Prozent zudem unter dem eigenen strategischen Zielwert von einem Prozent.
Luxemburg Bitcoin ETF verteilt auf drei US-Anbieter
Der Luxemburg Bitcoin ETF besteht aus drei getrennten Produkten, dem iShares Bitcoin Trust von BlackRock, dem Bitwise Bitcoin ETF und dem ARK 21Shares Bitcoin ETF. Alle drei sind US-Spot-Produkte, die physisches Bitcoin halten und es nicht über Terminkontrakte abbilden.
Sie unterliegen der US-Börsenaufsicht SEC und sind an der Nasdaq notiert, nicht der luxemburgischen Finanzaufsicht CSSF oder einem europäischen Fondsregime. Die Aufteilung auf drei Anbieter verteilt das Gegenparteirisiko auf der Ebene der Verwalter.
Die offizielle Einordnung des Schritts findet sich bei der staatlichen Finanzplatzagentur Luxembourg for Finance. Möglich wurde die Allokation durch eine neue Anlagepolitik, die der Fonds im Juli 2025 beschloss und die bis zu 15 Prozent alternative Anlagen erlaubt.
Erster Eurozonen-Staatsfonds mit Bitcoin und nur einem Verwahrer
Trotz der Streuung auf drei Verwalter bleibt ein Punkt offen. Alle drei Produkte lassen das physische Bitcoin beim selben Verwahrer liegen, bei Coinbase Custody. Das operative Risiko bündelt sich damit bei einem einzigen Akteur, und der Staat hält eine Forderung auf Bitcoin über regulierte Fonds, nicht die Schlüssel selbst.
Wirtschaftlich erklärt sich der Schritt aus dem Auftrag des Fonds, der über Jahrzehnte für künftige Bürger spart. Wer so langfristig plant, bewertet ein Geld danach, ob es seine Kaufkraft erhält. Klassische Anleihereserven verlieren durch die laufende Ausweitung der Geldmenge an Wert, während Bitcoin mit seiner festen Obergrenze von 21 Mio. Einheiten nicht beliebig vermehrbar ist.
Der Buchverlust ist bei diesem Zeithorizont nachrangig, und der Bericht nimmt die hohe Schwankung ausdrücklich in Kauf. Aussagekräftiger als die Summe ist deshalb das Signal, dass ein europäischer Staat ein knappes und programmatisch begrenztes Gut erstmals als Baustein seiner Reserve einordnet.
Wir berichteten über den strategischen Wettlauf zwischen den Großmächten um staatliche Bitcoin-Reserven.




