Charles Schwab hat am 3. April 2026 den Start von Schwab Crypto angekündigt. Der größte US-Discount-Broker wird Bitcoin und Ethereum zum direkten Kauf und Verkauf über seine Plattform anbieten. Der Schwab Krypto Einstieg soll in der ersten Jahreshälfte 2026 über die Tochtergesellschaft Charles Schwab Premier Bank erfolgen.
Charles Schwab kündigt Schwab Bitcoin Direkthandel für die erste Jahreshälfte 2026 an
CEO Rick Wurster bestätigte gegenüber CoinDesk, dass Schwab den Spot-Kryptohandel phasenweise ausrollt. Zuerst testen Mitarbeiter die Plattform intern, dann erhalten ausgewählte Kunden Zugang, danach folgt die breite Öffnung. Eine Warteliste ist bereits auf der Schwab-Website aktiv.
Der Schwab Bitcoin Handel beschränkt sich zum Start auf Bitcoin und Ethereum. Kunden brauchen kein separates Wallet und keine Drittanbieter-Börse. Alle Transaktionen laufen innerhalb des bestehenden Schwab-Systems. Der Service ist in allen US-Bundesstaaten verfügbar außer New York und Louisiana.
Schwab plant zusätzlich ein Stablecoin-Angebot nach Verabschiedung des GENIUS Act. Wurster bezeichnete den Schwab Krypto Einstieg als direkte Antwort auf die Kundennachfrage und zeigte sich laut eigener Aussage „extremely confident“ in die technische Umsetzung.
36 Millionen Kundenkonten und 11,9 Billionen Dollar Kundenvermögen als Basis
Schwab verwaltet 11,9 Bio. US-Dollar an Kundenvermögen und bedient rund 36 Millionen Konten. Die Kundenbasis ist überwiegend konservativ: Rentner, Langzeitanleger, 401k- und IRA-Inhaber. Genau diese Gruppe hatte bisher keinen einfachen Zugang zu Bitcoin.
Der Schwab Bitcoin Handel beseitigt die letzte große Hürde für diese Zielgruppe: den Umweg über Krypto-Börsen. Bitcoin erscheint künftig im selben Depot wie Aktien, ETFs und Anleihen. Fidelity und Robinhood bieten bereits Kryptohandel an, Morgan Stanley plant Ähnliches. Schwab war der letzte große Holdout unter den US-Brokern.
Selbst eine minimale Allokation von 1 Prozent aus 11,9 Bio. Dollar Kundenvermögen würde rund 119 Mrd. US-Dollar an potenziellem Kapital darstellen. Zum Vergleich: Die gesamten Bitcoin-ETF-Zuflüsse seit Januar 2024 liegen bei rund 40 Mrd. US-Dollar.
SEC-Klassifizierung vom 17. März: Warum Schwab bisher nur ETF-Zugang bot und jetzt auf Direkthandel umstellt
Schwab bot bisher nur indirektes Krypto-Exposure über ETFs, Futures und kryptobezogene Aktien an. Der Schwab Bitcoin Direkthandel war ohne regulatorische Klarheit nicht umsetzbar. Die gemeinsame SEC-CFTC-Interpretation vom 17. März 2026, die 16 Krypto-Assets als digitale Rohstoffe einstufte, hat diese Lücke geschlossen.
Schwab selbst verwies auf die veränderte regulatorische Landschaft als Grund für den Zeitpunkt. Der Schwab Krypto Einstieg fällt in eine Phase, in der Bitcoin sein schlechtestes Quartal seit 2018 hinter sich hat und der Fear and Greed Index bei 9 steht. Schwab jagt keinen Hype, sondern baut Infrastruktur in einem Bärenmarkt.
Das Muster wiederholt sich: Institutionen kaufen und bauen, wenn Retail verkauft und kapituliert. Wenn der größte Broker der USA Bitcoin als Standardprodukt einführt, verändert das nicht den Preis über Nacht, aber die Struktur dauerhaft. Ein Geldsystem mit festem Angebot, das in die gleiche Infrastruktur integriert wird wie Aktien und Anleihen, wird nicht mehr als Alternative wahrgenommen, sondern als Bestandteil.
Wer Bitcoin neben seiner Apple-Aktie im Depot sieht, stellt nicht mehr die Frage ob Bitcoin ein Asset ist, sondern wie viel Prozent seines Portfolios es sein sollte.
Wir berichteten über die regulatorische Gleichstellung von Bitcoin-ETF-Optionen an der NASDAQ.





