Der subjektive Wert von Geld erklärt, warum Bitcoin, US-Dollar und Gold im Wettbewerb stehen. Ein Tausch verändert keine Mengen, sondern nur die relative Präferenz, und der Markt bewertet die Stärke der jeweiligen Geldeigenschaften.
Warum ein Tausch keine Einheiten schafft
Der subjektive Wert von Geld lässt sich an einem einfachen Vorgang zeigen. Wird Bitcoin gegen US-Dollar getauscht, gibt es danach genauso viele Bitcoin und Dollar wie vorher. Ein Tausch überträgt nur vorhandene Einheiten, er schafft oder vernichtet keine.
Was sich ändert, ist allein die relative Präferenz. Jede Seite gibt her, was sie weniger schätzt, für das, was sie höher bewertet. Steigt die Nachfrage nach Bitcoin gegenüber dem Dollar, drückt sich das im Kurs aus. Der Preis ist also der sichtbare Ausdruck einer Verschiebung in der Bewertung, nicht in der Menge.
Der subjektive Wert von Geld bei Menger
Carl Menger zeigte, dass Wert nicht in einer Sache steckt, sondern aus den Einschätzungen der Menschen entsteht. Genau deshalb gewinnen bei einem freiwilligen Tausch beide Seiten, weil jede das Erhaltene höher bewertet als das Hergegebene. Menger beschrieb das in seinem Aufsatz, einsehbar unter https://nakamotoinstitute.org/literature/on-the-origins-of-money/.
Aus dieser subjektiven Bewertung leitete Menger auch die Entstehung des Geldes ab. Güter sind unterschiedlich gut absetzbar, und das am leichtesten absetzbare Gut setzt sich nach und nach als Tauschmittel durch. Geld ist damit keine staatliche Erfindung, sondern eine spontan gewachsene Ordnung.
Die relative Stärke der Geldeigenschaften im Vergleich
Ob ein Gut diese Marktgängigkeit erreicht, hängt von seinen monetären Eigenschaften ab: Knappheit, Haltbarkeit, Teilbarkeit, Transportierbarkeit, Fälschungssicherheit und Fungibilität. Der Wettbewerb zwischen Bitcoin, US-Dollar und Gold ist deshalb kein Streit über einen wahren Wert, sondern über die relative Stärke dieser Eigenschaften.
Bitcoin punktet bei Knappheit mit einer festen Obergrenze von 21 Mio. Einheiten, bei Teilbarkeit, Transportierbarkeit und bei der Prüfbarkeit über Proof-of-Work. Gold ist haltbar und seit Jahrtausenden akzeptiert, aber schwerer teilbar, transportierbar und prüfbar. Der US-Dollar ist heute das gängigste Tauschmittel, lässt sich aber beliebig vermehren, was seine Knappheit schwächt. Saifedean Ammous hat diesen Eigenschaftsvergleich für Gold, Fiat und Bitcoin systematisch ausgearbeitet.
Welche Eigenschaft am schwersten wiegt, ist selbst eine subjektive Frage und kann sich verschieben. Knappheit ist dabei nicht dasselbe wie Seltenheit, denn Bitcoins Grenze ist programmatisch festgelegt, während Gold nur natürlich begrenzt ist. Bitcoins Stärke bei der Knappheit ist klar belegbar, sein Rang als Wertspeicher beruht dagegen noch auf einem kurzen Zeitraum. Ob der Markt Bitcoin dauerhaft das stärkere Geld nennt, ist damit eine offene Frage und kein bewiesenes Ergebnis. Die Theorie liefert den Rahmen, die Praxis muss ihn erst bestätigen.
Im vorherigen Bildungsartikel ging es um den Nixon-Schock und das Ende der Goldbindung.





