Das US Krypto Rahmenwerk steht vor einer entscheidenden Phase. US-Finanzminister Scott Bessent hat am 9. April 2026 in einem Op-Ed im Wall Street Journal das Senate Banking Committee aufgefordert, den CLARITY Act ohne weitere Verzögerung zur Abstimmung zu bringen. Die Finanzminister Krypto Forderung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Gesetzentwurf seit Monaten im Senat feststeckt.
Bessent fordert Senate Banking Committee zu sofortigem Markup auf
Der CLARITY Act passierte das Repräsentantenhaus bereits im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen. Im Senat wurde die Abstimmung seitdem zweimal verschoben. Der zentrale Streitpunkt ist die Frage, ob Krypto-Plattformen Renditen auf Stablecoins anbieten dürfen. Bankenverbände wie die American Bankers Association warnen vor Einlagenabflüssen, die Krypto-Industrie hält dagegen.
Bessent argumentiert in seinem Op-Ed, dass die Branche über die experimentelle Phase hinausgewachsen sei. Das schreibt das Wall Street Journal unter Berufung auf Bessents Beitrag. Der Finanzminister verwies auf eine Marktkapitalisierung zwischen 2 und 3 Bio. US-Dollar und darauf, dass jeder sechste Amerikaner bereits Kryptowährungen besitze.
Bessent verknüpft den CLARITY Act mit dem GENIUS Act, dem im Juli 2025 unterzeichneten Stablecoin-Gesetz, und sieht beide als zusammengehörige Säulen eines US Krypto Rahmenwerks.
Parallel erhöht sich der politische Druck. Senatorin Cynthia Lummis und Senator Bill Hagerty erwarten ein Markup noch im April. Coinbase-CEO Brian Armstrong signalisierte am 10. April erstmals Unterstützung für den Entwurf, nachdem das Unternehmen das Gesetz zuvor zweimal blockiert hatte.
Jeder 6. Amerikaner besitzt Krypto – Bessent nennt die Branche systemrelevant
Die Finanzminister-Krypto-Forderung geht über reine Marktregulierung hinaus. Bessent beschreibt den CLARITY Act als Frage der nationalen Sicherheit. Das Gesetz würde erstmals klare Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC für digitale Vermögenswerte definieren. Große Token könnten unter CFTC-Aufsicht als digitale Rohstoffe eingestuft werden, was die Compliance-Anforderungen deutlich vereinfachen würde.
Ohne ein US-Krypto-Rahmenwerk per Gesetz bleibt der regulatorische Status einzelner Token eine Interpretation der Behörden, kein verbindliches Recht. Ein zukünftiger SEC-Vorsitzender könnte bestehende Einstufungen ohne Abstimmung wieder ändern.
Das ist der Kern von Bessents Argument: Ohne Legislative bleibt jede regulatorische Öffnung reversibel.
Die Frist ist eng. Wenn der CLARITY Act nicht vor August den Senat passiert, verschiebt sich die Abstimmung faktisch hinter die Midterms im November 2026. Analysten rechnen in diesem Fall mit jahrelanger regulatorischer Unsicherheit.
US-Krypto-Rahmenwerk als Antwort auf Singapur und Abu Dhabi
Bessent warnt explizit vor einem regulatorischen Rückstand der USA gegenüber Ländern wie Singapur und Abu Dhabi, die bereits funktionierende Rahmenwerke für digitale Vermögenswerte etabliert haben. Das Argument folgt einer bekannten Logik: Regulatorische Klarheit zieht Kapital an, regulatorisches Vakuum vertreibt es.
Ob der CLARITY Act tatsächlich im April aus dem Ausschuss kommt, bleibt offen. Der Stablecoin-Yield-Streit ist nicht gelöst. Trumps parallele Forderung nach einem Wahl-ID-Gesetz könnte die gesamte Senats-Agenda blockieren.
Die Finanzminister-Krypto-Forderung zeigt jedoch eine strukturelle Verschiebung. Wenn der Finanzminister eines Landes öffentlich Druck auf den eigenen Senat ausübt, um ein Krypto-Gesetz voranzubringen, ist die Branche nicht mehr am Rand des Finanzsystems, sondern in dessen Mitte angekommen.
Für Bitcoin ändert das wenig an der technischen Realität: Das Netzwerk funktioniert seit 17 Jahren ohne staatliche Erlaubnis. Für den Rest der Branche ist die Frage, ob Regeln kommen, entschieden. Offen ist nur noch, wann.
Wir berichteten über die Verzögerung des CLARITY Act und Garlinghouses verschobene Prognose.





