Kenneth Rogoff, Harvard-Professor und ehemaliger Chefökonom des IWF, räumte nun ein, dass seine Prognose aus dem Jahr 2018, Bitcoin werde eher auf 100 Dollar fallen als jemals 100.000 Dollar erreichen, in mehrfacher Hinsicht danebenlag.
In Kürze
-
Kenneth Rogoff: Vom Bitcoin-Skeptiker zum Irrtum
-
Reaktionen aus der Krypto-Welt
-
Bitcoin zwischen Untergrundwirtschaft und Inflationsschutz
Kenneth Rogoff: Vom Bitcoin-Skeptiker zum Irrtum
Vor rund sieben Jahren erklärte Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff noch, Bitcoin sei weitaus wahrscheinlicher auf 100 Dollar zu sehen als jemals die Marke von 100.000 Dollar zu erreichen. Inzwischen musste er eingestehen, dass sich seither einiges verändert hat – auch wenn er dem Kryptomarkt weiterhin kritisch gegenübersteht.
„Vor fast einem Jahrzehnt war ich der Harvard-Ökonom, der meinte, Bitcoin stehe eher bei 100 Dollar als bei 100.000. Was habe ich übersehen?“, schrieb er am Mittwoch auf X, in Anlehnung an ein Interview in CNBCs „Squawk Box“ aus dem März 2018. Rogoff, der früher Chefökonom des Internationalen Währungsfonds war, veröffentlichte im Mai zudem das Buch „Our Dollar, Your Problem“.
Reaktionen aus der Krypto-Welt
Die Krypto-Szene reagierte prompt auf Rogoffs Eingeständnis. Matt Hougan, Chief Investment Officer beim Vermögensverwalter Bitwise, kommentierte, Rogoff habe nicht erkannt, dass ein dezentrales Projekt, getragen von Menschen statt Institutionen, tatsächlich global erfolgreich werden könne. Auch David Lawant von der Digital-Asset-Plattform FalconX meldete sich zu Wort.
Er sei Rogoff „sehr dankbar“, denn dessen Buch „The Curse of Cash“ sei so schlecht gewesen, dass es ihn letztlich zum Einstieg in Bitcoin motiviert habe.
Matthew Sigel, Leiter der Digital-Asset-Analyse bei VanEck, platzierte Rogoff in einer Rangliste der bekanntesten Bitcoin-Kritiker sogar auf Platz neun. Rogoff habe „das Bitcoin-Totenlied viel zu früh in seiner eigenen Blase geschrieben“, so Sigel.

Bitcoin zwischen Untergrundwirtschaft und Inflationsschutz
In seinem weiteren Statement räumte Rogoff ein, dass er nicht bedacht habe, wie stark Bitcoin mit staatlichen Währungen in Konkurrenz treten könnte – insbesondere als Zahlungsmittel in der weltweiten Schattenwirtschaft, die ein Volumen von rund 20 Billionen Dollar umfasst.
Gleichzeitig habe sich Bitcoin in vielen Ländern zu einem wichtigen Schutz vor Inflation entwickelt, gerade dort, wo nationale Währungen durch politische Fehlentscheidungen massiv an Wert verloren.





