Der Kaufkraftverlust von Fiat-Währungen wird besonders deutlich, wenn man ihn an einem knappen Maßstab misst. Der Beitrag erklärt, was der Vergleich verschiedener Währungen zeigt, warum Libanon und Argentinien anders verlieren als Euro und US-Dollar und welche Rolle die Geldmengenausweitung spielt.
Kaufkraftverlust von Fiat-Währungen im Ländervergleich
Der Kaufkraftverlust von Fiat-Währungen wird sichtbar, wenn man Währungen an einem gemeinsamen, knappen Bezugspunkt misst. Ein verbreiteter Vergleich stellt den Bitcoin-Preis in mehreren Währungen über einen Zeitraum nebeneinander. Der dort gezeigte prozentuale Anstieg ist die Bewegung von Bitcoin gegenüber der jeweiligen Währung, nicht der Wechselkurs zwischen den Währungen selbst.
Wichtig ist, was dieser Wert wirklich enthält. Er vermischt zwei Effekte: die eigene Wertentwicklung von Bitcoin und die Schwäche der jeweiligen Währung. Beide lassen sich nicht sauber trennen, weshalb Bitcoin als Wertmaßstab mit Vorsicht zu lesen ist.
Libanon und Argentinien als Extremfälle
In Ländern mit schwerem Währungsverfall dominiert die Fiat-Seite. Das libanesische Pfund verlor seit 2019 über 98 % seines Werts, begleitet von einer Inflation über 200 %. Das dokumentiert unter anderem die Weltbank unter https://www.worldbank.org/en/news/press-release/2024/02/15/lebanon-new-world-bank-project-to-restore-basic-fiscal-management-functions-in-support-of-public-service-delivery.
Argentinien zeigt ein ähnliches Muster: Die Inflation lag 2022 bei rund 95 % und 2023 bei 211 %, dazu kam eine Abwertung des Peso um etwa die Hälfte. Hier ist der Kaufkraftverlust von Fiat-Währungen das Ergebnis konkreter politischer Entscheidungen.
Bei Euro und US-Dollar fällt der Vergleich milder aus. Beide verloren in der Inflationswelle nach 2021 ebenfalls an Kaufkraft, doch der große Abstand zu Bitcoin spiegelt hier vor allem dessen eigene Aufwertung, nicht einen Währungskollaps.
Geldmengenausweitung und Bitcoin als fixer Bezugspunkt
Der gemeinsame Nenner ist die Geldmengenausweitung. Wo Staaten ihre Geldmenge stark ausweiten und Defizite über die Notenpresse finanzieren, verliert die Einheit am schnellsten an Wert. Aus Sicht der Österreichischen Schule ist das die absehbare Folge eines politisch steuerbaren Geldmonopols, das Friedrich August von Hayek grundsätzlich kritisierte.
Bitcoin setzt dem ein festes Angebot entgegen. Weil die Obergrenze von 21 Mio. programmatisch feststeht, kann der Maßstab selbst nicht beliebig vermehrt werden. Saifedean Ammous beschreibt diese Eigenschaft als Hard Money, dessen Knappheit nicht von politischen Entscheidungen abhängt.
Damit wird der Kaufkraftverlust von Fiat-Währungen überhaupt erst gut vergleichbar, weil der Bezugspunkt konstant bleibt. Einzuschränken ist, dass Bitcoins eigene Schwankungen es als kurzfristigen Maßstab unzuverlässig machen. In Hochinflationsländern wird es bereits real als Wertspeicher genutzt, in Hartwährungsräumen eher als langfristige Anlage. Ob Bitcoin dauerhaft der bessere Wertmaßstab ist, bleibt eine offene Frage und keine durch die Charts bewiesene Tatsache.
Im vorherigen Bildungsartikel ging es um die Geldmengenausweitung und darum, wie Zentralbanken über den Kauf von Staatsanleihen die Geldmenge steuern.





