US-Verbraucherstimmung bricht ein – Märkte sehen 71 % Chance auf Dezember-Zinssenkung der Fed. Powell steht vor einer heiklen geldpolitischen Entscheidung.

In Kürze

  • Historischer Einbruch der Verbraucherstimmung

  • Märkte preisen Zinssenkung ein

  • Fed zwischen Stabilität und Risiko

Historischer Einbruch der Verbraucherstimmung

Die Stimmung der US-Verbraucher ist auf den zweitschlechtesten Wert in der Geschichte gefallen. Laut Daten der University of Michigan sank der Consumer Sentiment Index im November auf 50,3 Punkte, deutlich unter den erwarteten 53,0. Damit verzeichnet der Index den vierten Rückgang in Folge und liegt sogar unter dem Niveau der Finanzkrise 2008. Der Finanzdienst The Kobeissi Letter spricht von wachsendem Pessimismus angesichts hartnäckiger Inflation, rückläufigem Jobwachstum und zunehmenden Entlassungen. Auch die Teilindizes zu den aktuellen Bedingungen (52,3 Punkte) und Erwartungen (49,0 Punkte) rutschten auf Rekordtiefs.

Märkte preisen Zinssenkung ein

Die schwachen Konsumdaten haben die Erwartungen an eine baldige geldpolitische Lockerung deutlich erhöht. Auf der Prognoseplattform Kalshi sehen Händler mittlerweile eine 71 %-Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank Federal Reserve bei ihrer Sitzung im Dezember den Leitzins um 25 Basispunkte senken wird. Nur 26 % rechnen mit einer unveränderten Haltung, während 4 % sogar eine stärkere Senkung erwarten. Der starke Rückgang des Verbrauchervertrauens gilt als Signal, dass die Fed unter wachsendem Druck steht, die Wirtschaft zu stabilisieren und eine Rezession zu vermeiden.

Dezember-Zinssenkung

Fed zwischen Stabilität und Risiko

Trotz der Markterwartungen mahnt Fed-Chef Jerome Powell zu Zurückhaltung: Die Zentralbank will weitere Daten zu Arbeitsmarkt und Inflation abwarten, bevor sie über eine Zinssenkung entscheidet. Zwar hat sich die Stimmung der Haushalte massiv eingetrübt, doch Löhne und Beschäftigung gelten bislang als robust. Die kommende Dezember-Sitzung dürfte daher zur entscheidenden Bewährungsprobe werden – zwischen der Notwendigkeit, die Inflation einzudämmen, und dem Risiko, die fragile Konsumnachfrage noch weiter zu belasten.

Eine mögliche Dezember-Zinssenkung dürfte auch an den Kryptomärkten spürbar werden. Sinkende Zinsen erhöhen in der Regel die Attraktivität von Risiko-Assets wie Bitcoin, da Anleger nach renditestärkeren Alternativen zu Anleihen suchen. Eine Fortsetzung der restriktiven Geldpolitik hingegen könnte den Aufschwung bremsen, da höhere Finanzierungskosten Kapital aus spekulativen Märkten abziehen.

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