Das US-Finanzministerium hat in einem Report an den Kongress erstmals anerkannt, dass Krypto-Mixer legitime Privatsphäre-Funktionen auf öffentlichen Blockchains erfüllen. Das Dokument mit dem Titel „Innovative Technologies to Counter Illicit Finance Involving Digital Assets” wurde im März 2026 veröffentlicht.

In Kürze

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  • Treasury-Report an den Kongress erkennt erstmals an, dass Mixer persönliche Finanzdaten auf Blockchains schützen
  • Der Report entstand unter dem GENIUS Act und kam sieben Wochen nach der Frist
  • Dezentrale Mixer bleiben laut Report ein Risiko für Geldwäsche und Sanktionsumgehung

Treasury-Report an den Kongress erkennt erstmals an, dass Mixer persönliche Finanzdaten auf Blockchains schützen

Die zentrale Aussage des Reports ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, wer sie trifft. Das US-Treasury schreibt, dass rechtmäßige Nutzer von digitalen Assets Mixer verwenden können, um finanzielle Privatsphäre auf öffentlichen Blockchains zu wahren.

Konkret nennt der Report den Schutz sensibler Informationen über persönliches Vermögen, Geschäftszahlungen und Spenden als legitime Anwendungsfälle. Das ist deshalb so bedeutsam, weil dasselbe Ministerium im August 2022 Tornado Cash sanktionierte – den bekanntesten Krypto-Mixer überhaupt.

Bitcoin Mixer legitimiert

Ein Berufungsgericht entschied im März 2025, dass das Finanzministerium damit seine Befugnisse überschritten hatte, woraufhin die Sanktionen aufgehoben wurden. Dass das Treasury jetzt selbst anerkennt, dass Mixer einem realen Bedürfnis dienen, markiert einen deutlichen Kurswechsel.

Der Report entstand unter dem GENIUS Act und kam sieben Wochen nach der Frist

Der Report wurde unter Section 9 des GENIUS Act in Auftrag gegeben, dem ersten bundesweiten Stablecoin-Regulierungsgesetz der USA, das im Juli 2025 in Kraft trat. Das Gesetz setzte dem Treasury eine 180-Tage-Frist für die Veröffentlichung. Diese Frist verstrich Mitte Januar 2026 ohne Ergebnis.

Der Report erschien erst im März, also rund sieben Wochen verspätet. In die Erstellung flossen über 220 öffentliche Kommentare ein. Trotzdem fällt der Report in eine Zeit, in der die US-Regulierungslandschaft sich spürbar bewegt: Der CLARITY Act von 2025 könnte DeFi-Plattformen zur Erhebung von Nutzerdaten zwingen, und KYC-Anforderungen für Krypto-Dienste werden schrittweise ausgeweitet.

Dezentrale Mixer bleiben laut Report ein Risiko für Geldwäsche und Sanktionsumgehung

Die Anerkennung hat allerdings klare Grenzen. Das Treasury unterscheidet ausdrücklich zwischen custodialen Mixern, die Nutzerdaten erheben können, und dezentralen, nicht-custodialen Mixern, die ohne zentrale Instanz operieren. Letztere stuft der Report weiterhin als hohes Risiko ein.

Laut dem Ministerium nutzen Cyberkriminelle, darunter mit Nordkorea verbundene Hackergruppen, dezentrale Mixer regelmäßig für den Transfer gestohlener Krypto-Assets. Die Unterscheidung ist politisch relevant: Tornado-Cash-Mitgründer Roman Storm wurde im August 2025 wegen Betreibens eines nicht lizenzierten Geldtransmitters verurteilt. Und das obwohl die Sanktionen gegen Tornado Cash da bereits aufgehoben waren.

Dass eine US-Behörde jetzt offiziell einräumt, dass die Transparenz öffentlicher Blockchains ein Privatsphäre-Problem darstellen kann, ist ein Eingeständnis, das man vor zwei Jahren für undenkbar gehalten hätte.

Denn es berührt eine Grundfrage, die weit über Mixer hinausgeht: In einem System, in dem jede Transaktion permanent und öffentlich gespeichert wird, ist Privatsphäre kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Bitcoin wurde genau dafür geschaffen: Ein Werkzeug finanzieller Souveränität, das nicht auf die Erlaubnis einer Behörde angewiesen ist.

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