Das Bitcoin Mining USA Gesetz “Mined in America Act” wurde am 30. März 2026 von den US-Senatoren Bill Cassidy und Cynthia Lummis in den Senat eingebracht. Der Gesetzentwurf verbindet erstmals Bitcoin-Mining-Förderung, heimische Hardware-Produktion und die Kodifizierung der strategischen Bitcoin Reserve in einem Paket. Zertifizierte Miner sollen ihre Bitcoin steuerfrei an die Regierung verkaufen dürfen, während chinesische Mining-Hardware schrittweise aus dem US-Markt verschwinden soll.
Cassidy und Lummis bringen den Mined in America Act am 30. März in den Senat ein
Senator Cassidy verwies auf die Notwendigkeit, Lieferketten zu sichern und US-Produktion zu stärken.
Dazu erklärte der Senator auf X:
Digital asset mining is a big part of our economy. We should be doing it here in America.
Senator Lummis ergänzte, das Gesetz setze Trumps Versprechen um, die USA zur Krypto-Hauptstadt der Welt zu machen. Der Mined in America Act umfasst fünf Säulen.
- Ein freiwilliges Zertifizierungsprogramm beim Commerce Department, über das Mining-Firmen und Mining-Pools das Label “Mined in America” erhalten können. Mining-Pools sind Zusammenschlüsse von Minern, die ihre Rechenleistung bündeln, um regelmäßiger Blöcke zu finden und die Belohnung aufzuteilen.
- Zertifizierte Firmen müssen Mining-Hardware, die von sogenannten “foreign adversaries” stammt, bis Ende des Jahrzehnts ausmustern.
- Förderung heimischer Hardware-Produktion über bestehende Bundesprogramme für Energie und ländliche Entwicklung, ohne neue Staatsausgaben.
- Integration von Bitcoin-Mining in die Energieinfrastruktur, unter anderem durch Methan-Mining, also die Nutzung von Methan-Abfackelungen bei Öl- und Gasbohrungen als Energiequelle für Mining.
- Die Kodifizierung von Trumps Executive Order zur Strategic Bitcoin Reserve als dauerhaftes Gesetz, mit der Reserve beim Treasury Department.
38 Prozent Hashrate, 97 Prozent China-Hardware: Die Schwachstelle im US-Mining
Dennis Porter, CEO des Satoshi Action Fund, der den Gesetzentwurf mitentwickelt hat, bringt das Problem auf den Punkt: Die USA kontrollieren 38 Prozent der globalen Bitcoin-Hashrate, also der gesamten Rechenleistung die das Bitcoin-Netzwerk sichert. Aber 97 Prozent der Hardware, die diese Rechenleistung erzeugt, stammt von zwei chinesischen Herstellern: Bitmain und MicroBT. Porter nennt das keine Führung, sondern eine Schwachstelle.
Das Bitcoin Mining USA Gesetz zieht damit einen direkten Vergleich zum CHIPS and Science Act von 2022, der nach den pandemiebedingten Lieferkettenkrisen Milliarden für heimische Halbleiter-Produktion bereitstellte, um die Abhängigkeit von taiwanesischen Fabriken zu reduzieren. Die Mining-Hardware-Problematik ist nicht theoretisch. Ende 2024 beschlagnahmte der US-Zoll Tausende Bitmain ASIC-Miner an US-Häfen, weil sie irrtümlich für illegal importierte Funkfrequenzgeräte gehalten wurden.
Monate vergingen, bevor die Geräte freigegeben wurden. Der Mined in America Act will genau diese Abhängigkeit systematisch abbauen, indem zertifizierte Firmen Zugang zu Bundesförderprogrammen erhalten und der Aufbau heimischer Hardware-Produktion gezielt unterstützt wird.
Gleichzeitig befinden sich US-Miner in einer ökonomisch angespannten Lage: Die Mining-Kosten liegen bei geschätzten 87.000 bis 88.000 US-Dollar pro Bitcoin, der Marktpreis bei 68.000. Viele große Miner pivotieren zu AI-Datacenter-Betrieb, weil AI pro Megawatt 8 bis 15 Mal mehr Umsatz bringt als Bitcoin-Mining.
Steuerbefreiung auf Kapitalerträge für BTC-Verkäufe an die strategische Bitcoin Reserve
Der vielleicht aggressivste Anreiz im Bitcoin Mining USA Gesetz: Zertifizierte Miner, die Bitcoin direkt an die Regierung für die strategische Bitcoin Reserve verkaufen, sollen von der Kapitalertragssteuer befreit werden. In der Praxis bedeutet das: Ein Miner der Bitcoin zu Produktionskosten von 87.000 US-Dollar schürft und später an die Reserve verkauft wenn der Preis höher liegt, zahlt auf den Gewinn keine Steuer.
Nur zertifizierte Firmen sind berechtigt, Bitcoin an die Reserve zu liefern. Das schafft einen direkten finanziellen Anreiz für US-Miner, sich zertifizieren zu lassen, chinesische Hardware zu ersetzen und gleichzeitig die nationale Reserve aufzufüllen.
Der Mined in America Act befindet sich noch am Anfang des Gesetzgebungsprozesses. Er muss einem Senatskomitee zugewiesen werden, wahrscheinlich dem Commerce Committee oder dem Energy Committee. Eine Companion Bill im Repräsentantenhaus wird innerhalb von 60 Tagen erwartet. Lummis’ Amtszeit endet im Januar 2027, was dem Gesetzentwurf eine natürliche Dringlichkeit verleiht.
Für Neueinsteiger ist wichtig zu verstehen, was dieses Gesetz im größeren Bild bedeutet. Bitcoin-Mining ist der Prozess, durch den neue Bitcoin entstehen und Transaktionen im Netzwerk bestätigt werden. Miner stellen Rechenleistung bereit und erhalten dafür Bitcoin als Belohnung. Diese Belohnung halbiert sich alle vier Jahre durch das Halving, was Bitcoin zu einem immer knapperen Gut macht.
Wenn ein Staat beginnt, seine eigene Bitcoin-Reserve durch heimisch geförderte Bitcoin aufzubauen, Bitcoin-Mining als strategische Industrie behandelt und Mining-Infrastruktur mit Energiepolitik verknüpft, dann zeigt das eine fundamentale Verschiebung in der Wahrnehmung von Bitcoin.
Ein Gut das niemand kontrolliert, dessen Angebot mathematisch begrenzt ist und dessen Produktion Energie und Rechenleistung erfordert, wird nicht durch staatliche Anerkennung wertvoller, es wird dadurch sichtbarer. Der Wert kommt aus den Eigenschaften des Netzwerks selbst: feste Regeln, keine Möglichkeit zur Manipulation und Kosten, die jeder Teilnehmer tragen muss.
Wir berichteten über den Hashrate-Rückgang durch den AI-Pivot und die aktuelle Lage der US-Mining-Industrie.





