Die Bitcoin Haltefrist bleibt vorerst bestehen. Der Finanzausschuss des Bundestages hat den Gesetzentwurf von Bündnis 90/Die Grünen abgelehnt, der die einjährige Steuerfreiheit für privat gehaltene Kryptowerte streichen sollte. Für Bitcoin-Halter in Deutschland ändert sich damit zunächst nichts.
Grünen-Antrag zur Bitcoin Haltefrist scheitert an Union und AfD
Der Entwurf der Grünen mit der Drucksachennummer 21/5752 sah vor, Gewinne aus dem Verkauf von Bitcoin und anderen Kryptowerten unabhängig von der Haltedauer mit dem persönlichen Einkommensteuersatz zu besteuern. Die bisherige Bitcoin Haltefrist von zwölf Monaten wäre damit entfallen.
Im Finanzausschuss fand der Vorstoß jedoch keine Mehrheit. Die CDU/CSU-Fraktion argumentierte, der Entwurf hätte keine Gerechtigkeitslücke geschlossen, sondern eine neue geschaffen, da Kryptowerte anders behandelt worden wären als Edelmetalle oder Fremdwährungen.
Die AfD lehnte den Antrag mit dem Hinweis ab, der Staat solle sich auf seine Kernaufgaben beschränken statt neue Steuerquellen zu erschließen. Damit stand die Mehrheit gegen die Abschaffung der Steuerfreiheit fest.
Nur die Linksfraktion stützt die Abschaffung der Bitcoin Haltefrist
Unterstützung erhielten die Grünen allein von der Linksfraktion, die auf einen eigenen Antrag verwies. Die SPD teilt das Ziel einer stärkeren Besteuerung von Kryptowerten, will konkrete Schritte aber von den Vorschlägen des Bundesfinanzministers abhängig machen. Das geht aus der Kurzmeldung des Bundestages hervor.
Die Ablehnung im Ausschuss ist damit kein Schlusspunkt. Bundesfinanzminister Klingbeil hat bereits angekündigt, die Besteuerung von Kryptowerten im Rahmen des Haushalts 2027 zu ändern. Eine abgelehnte Vorlage ist kein verabschiedetes Gesetz, doch das politische Risiko für die Bitcoin Steuerfreiheit bleibt bestehen.
Bitcoin Haltefrist: 47,3 Mrd. Euro Gewinne bleiben überwiegend steuerfrei
Die Grünen stützten ihren Antrag auf eine Studie der Frankfurt School of Finance. Demnach erzielten deutsche Krypto-Anleger 2024 Gewinne von rund 47,3 Mrd. Euro, von denen knapp zwei Drittel dank der Haltefrist steuerfrei blieben. Die Fraktion bezifferte die möglichen Mehreinnahmen auf 11,4 Mrd. Euro, halbierte diese Zahl in der eigenen Kalkulation jedoch.
Solche Summen erklären, warum die Bitcoin Haltefrist ein wiederkehrendes Thema im Bundestag bleibt. Die einjährige Frist ist dabei keine zufällige Lücke, sondern ein bewusster Anreiz, Vermögen langfristig zu halten statt kurzfristig zu handeln. Wer Bitcoin über Jahre als Wertaufbewahrungsmittel hält, trifft eine bewusste Entscheidung gegen ein beliebig vermehrbares Geldsystem.
An der festen Obergrenze von 21 Mio. Einheiten ändert kein nationaler Steuerrahmen etwas, doch eine höhere Besteuerung verschiebt die Anreize zwischen kurzfristigem Handel und geduldigem Sparen. Für deutsche Anleger gilt damit weiterhin: Die Rechtslage ist unverändert, die politische Debatte aber nicht beendet.
Wir berichteten über den koalitionsinternen Streit um die Haltefrist zwischen Merz und Klingbeil.




