Eine Bitcoin Zyklus Prognose macht auf X die Runde und datiert das nächste große Tief auf Ende 2026, also weder auf jetzt noch auf die aktuellen Kurse um 73.000 US-Dollar. Hinter der These steht ein angeblich unfehlbares Muster aus drei Jahren Bullenmarkt und einem Jahr Bärenmarkt. Der virale Beitrag stammt von einem pseudonymen Account und verdient deshalb eine nüchterne Prüfung.

Viraler Chart datiert das nächste Bitcoin Zyklustief 2026

Der Beitrag stützt sich auf einen Fraktal-Chart, der vier Bitcoin-Zyklen übereinanderlegt und daraus ein festes Schema ableitet. Demnach folgt auf drei Jahre steigender Kurse stets ein Jahr fallender Kurse, ausnahmslos. Wer heute den Boden ausrufe, habe sich schon 2018 und 2022 verkalkuliert. Das nächste Bitcoin Zyklustief 2026 liege deshalb noch vor uns, nicht hinter uns.

Bitcoin Repetition Fractal Cycle

Quelle: X

Der Account verbindet diese Aussage mit dem Versprechen, wer dann Kapital bereithalte, müsse sich nie wieder um Geld sorgen. Solche Reichtumsversprechen sind ein erstes Warnsignal, weil sie ein Zeitfenster und einen Ausgang als sicher darstellen, die niemand kennen kann.

Drei Jahre Bulle, ein Jahr Bär: das Muster hinter der Prognose

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Die Zahlenbasis des Musters stimmt in Teilen. Die bisherigen Zyklusböden bildeten sich im Januar 2015 bei rund 150 US-Dollar, im Dezember 2018 bei rund 3.200 US-Dollar und im November 2022 bei rund 15.500 US-Dollar, wie der Vermögensverwalter Fidelity dokumentiert.

Von Hoch zu Hoch liegen jeweils rund vier Jahre. So weit trägt die Beobachtung. Das Wort ausnahmslos trägt sie jedoch nicht. Die ersten beiden Zyklen waren deutlich kürzer, der erste dauerte knapp ein Jahr, der zweite etwa zwei Jahre. Das angebliche 3+1-Schema gilt damit allenfalls für die jüngeren Zyklen, nicht für die gesamte Historie. Eine Bitcoin Zyklus Prognose, die mit dem Wort ausnahmslos arbeitet, überdehnt damit die schmale Datenbasis aus drei bis vier abgeschlossenen Zyklen.

Die Bitcoin Zyklus Prognose verspricht den Boden erst in einem Jahr

Die Bitcoin Zyklus Prognose verspricht den Boden erst in rund einem Jahr und blendet dabei die entscheidende offene Frage aus. Der Beitrag behauptet, der Zyklus kümmere sich nicht um börsengehandelte Fonds oder institutionelle Käufer. Genau hier liegt aber die eigentliche Unsicherheit. Der aktuelle Abschwung fiel mit rund 45 Prozent deutlich milder aus als die früheren Bärenmärkte mit 77 bis 87 Prozent, und Fonds sowie Unternehmensbilanzen halten inzwischen einen erheblichen Teil des Angebots.

Ob dieser dauerhafte Nachfrageboden das alte Muster dämpft oder bricht, ist offen. Wer den Vier-Jahres-Rhythmus ernst nimmt, sollte ihn als Folge der festen Geldordnung verstehen und nicht als mystisches Gesetz. Das Halving halbiert planmäßig den Zufluss neuer Einheiten, das feste Angebot von 21 Mio. bleibt unverändert, und der Markt braucht Zeit, jeden Angebotsschock zu verarbeiten.

Daraus ergibt sich ein wiederkehrendes Muster, aber kein garantierter Termin. Eine seriöse Einordnung beschreibt Wahrscheinlichkeiten, ein virales Reichtumsversprechen verkauft Gewissheiten.

Wir berichteten über das wahrscheinlichste Zeitfenster für den nächsten Zyklusboden

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