Eine virale Bitcoin Prognose macht gerade die Runde: Bitcoin sei 56 Prozent unter seinem fairen Wert und könnte bis auf 844.000 US-Dollar steigen. Grundlage ist ein einzelnes Modell, das den Bitcoin-Preis aus der US-Geldmenge ableitet. Die Rechnung ist nachvollziehbar, die Schlussfolgerung verdient eine nüchterne Einordnung.

Bitcoin Prognose reicht von 174.000 bis 844.000 Dollar

Die Bitcoin Prognose stammt von einem Einzelaccount auf der Plattform X und arbeitet mit dem Verhältnis von Bitcoin zu Gold. Aktuell kostet ein Bitcoin rund 16,8 Unzen Gold, das Modell verortet den fairen Wert bei 38,5 Unzen.

Daraus ergibt sich der genannte Abschlag von 56 Prozent. Umgerechnet auf den Goldpreis von rund 4.525 US-Dollar je Unze nennt das Modell einen fairen Bitcoin-Preis von 174.000 US-Dollar, also das 2,3-fache des heutigen Kurses.

Bitcoin Prognose 844k Chart

Mit zusätzlichem Aufschlag erreicht die Bitcoin Prognose 384.000 US-Dollar und im Extremfall 844.000 US-Dollar. Szenarien für die kommenden zwölf Monate spielen verschiedene Wachstumsraten der Geldmenge durch und reichen von 244.000 bis 403.000 US-Dollar.

Bitcoin Prognose stützt sich allein auf die Geldmenge M2

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Der Kern des M2-Modells ist eine statistische Regression. Sie setzt das logarithmierte Verhältnis von Bitcoin zu Gold ins Verhältnis zur logarithmierten US-Geldmenge M2, mit Wochendaten seit 2013. Das Bestimmtheitsmaß R² liegt bei 0,84, was bedeuten soll, dass die Geldmenge 84 Prozent der Bewegung erklärt.

Die zugrunde liegende Datenreihe stammt von der US-Notenbank und ist öffentlich einsehbar. Die Aussage lautet, dass allein die Ausweitung der Geldmenge den fairen Wert treibt, ohne Adoptionskurve und ohne institutionelle Käufe. Genau an diesem Punkt verdient die Bitcoin Prognose eine genauere Betrachtung.

Bitcoin Prognose verwechselt Korrelation mit Kursgarantie

Ein hoher R²-Wert klingt überzeugend, ist bei zwei langfristig steigenden Kurven aber wenig aussagekräftig. Laufen zwei Reihen über Jahre gemeinsam nach oben, ergibt sich fast zwangsläufig eine hohe Korrelation, auch ohne festen Zusammenhang. Dazu kommt ein zweiter Punkt: Das Verhältnis von Bitcoin zu Gold stieg seit 2013 um mehr als das Tausendfache, die Geldmenge nur etwa um das Doppelte.

Die unterstellte faire Linie bildet damit überwiegend Bitcoins Adoptionsanstieg ab, nicht die Geldmenge allein. Aussagekräftiger als jedes Kursziel ist deshalb der strukturelle Hintergrund. Eine Notenbank kann die Geldmenge jederzeit politisch ausweiten, während das Angebot an Bitcoin bei 21 Mio. Einheiten fest verankert und nicht verhandelbar ist.

Wer langfristig denkt, wägt ein Geld mit fester Regel gegen ein Geld ab, dessen Menge von politischen Entscheidungen abhängt. Eine Regression beschreibt die Vergangenheit, sie ist aber kein Naturgesetz und keine Garantie für einen künftigen Kurs.

Wir berichteten über ein weiteres Modell, das Bitcoins Kursverlauf mit einer einzigen Formel zu erklären versucht.

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