Bitcoin reale Renditen rücken in den Fokus, weil der reale Zins auf zehnjährige US-Staatsanleihen zuletzt deutlich gestiegen ist, während der Bitcoin-Kurs die Marke von rund 73.000 US-Dollar verteidigt. Der Börsenbetreiber Bitfinex sieht darin eine Beziehung mit einer klaren Belastungsgrenze. Steigt der reale Zins schneller, als die Nachfrage ihn auffangen kann, gerät der Kurs unter Druck.

Realzins nahe 2 Prozent erhöht die Opportunitätskosten zinsloser Assets

Der reale Zins ist der Zins nach Abzug der erwarteten Inflation. Er zeigt an, welche Rendite ein Anleger über den Kaufkraftverlust hinaus tatsächlich erhält. Bei zehnjährigen inflationsindexierten US-Staatsanleihen liegt dieser Wert aktuell bei rund 2 Prozent, nach Werten um 1,7 Prozent zu Jahresbeginn, wie die offizielle Datenreihe der Federal Reserve.

Ein höherer realer Zins bedeutet, dass eine sichere Staatsanleihe mehr abwirft, ohne dass der Anleger ein Kursrisiko eingeht. Genau hier entstehen die Opportunitätskosten Bitcoin gegenüber. Bitcoin zahlt keine Zinsen und keine Dividende, sodass jeder Anstieg der realen Verzinsung sicherer Anlagen das Halten eines ertraglosen Assets rechnerisch verteuert. Die Debatte um Bitcoin reale Renditen dreht sich im Kern um diese Opportunitätskosten, und sie betrifft jedes zinslose Asset von Gold bis Bitcoin gleichermaßen.

Bitfinex benennt die Sollbruchstelle zwischen Realzins und Nachfrage

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Der Börsenbetreiber Bitfinex hat den Zusammenhang in einer Analyse auf X beschrieben. Demnach hat Bitcoin den Bereich der niedrigen 70.000 US-Dollar gehalten, obwohl der reale Zins gestiegen ist. Die Nachfrage gleicht den höheren realen Zins bislang also aus. Daraus formuliert Bitfinex eine Bedingung.

Der Börsenbetreiber Bitfinex hat auf X erklärt:

Die Beziehung bricht, sobald die Renditen schneller steigen, als die Nachfrage sie tragen kann.

Diese Aussage ist eine Hypothese, kein eingetretenes Ereignis und keine Prognose über einen konkreten Kurs. Sie beschreibt eine Schwelle, deren genaue Lage niemand kennt. Festhalten lässt sich nur, dass steigende reale Renditen und eine stabile Nachfrage derzeit nebeneinander bestehen.

Bitcoin reale Renditen: steigender Realzins verteuert das Halten

Bitcoin reale Renditen lassen sich nicht allein über den nominalen Zins beurteilen. Entscheidend ist, was die verzinste Anlage real bewahrt. Eine Staatsanleihe wirft heute rund 2 Prozent realen Zins ab, doch dieser Wert beruht auf der offiziell ausgewiesenen Inflation. Wer den höheren Zins als sicheren Vorteil liest, übersieht den Maßstab. Die verzinste Anleihe ist in einer Geldeinheit notiert, deren Menge der Emittent jederzeit ausweiten kann.

Ein zinsloses Asset mit fester Obergrenze von 21 Mio. Einheiten bietet keinen laufenden Ertrag, kann dafür aber auch nicht durch Neuschöpfung verwässert werden. Die Opportunitätskosten Bitcoin gegenüber messen damit nur eine Seite der Rechnung. Die andere Seite ist die Frage, in welcher Geldordnung das eigene Kapital langfristig seine Kaufkraft behält. Ein höherer Realzins und ein festes Angebot sind so betrachtet zwei verschiedene Antworten auf dieselbe Frage nach werthaltigem Geld.

Wir berichteten über den US-Schuldenwall und die Mechanik der Refinanzierung.

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