Circle Internet Group (CRCL) verlor am 24. März 2026 über 20 % an Wert und schloss bei 101,17 US-Dollar nach einem Tageshoch von 127,08 US-Dollar. Auslöser war ein geleakter Entwurf des CLARITY Act, der passive Renditen auf Stablecoin-Guthaben verbieten soll. Es war der schlimmste Handelstag seit dem Börsengang im Juni 2025.

Warum Circle am 24. März den schlimmsten Handelstag seit Börsengang erlebte

Der Circle Aktie Crash folgte auf eine 170-Prozent-Rallye seit Anfang Februar, in der CRCL von rund 60 auf über 130 US-Dollar gestiegen war. Der Kursverfall auf ein Tagestief von 98,31 US-Dollar vernichtete innerhalb von Stunden rund 5,6 Mrd. US-Dollar an Marktkapitalisierung bei einem Handelsvolumen von 57,7 Mio. Aktien, fast dem Dreifachen des Durchschnitts.

Circle Chart

Quelle: TradingView / Circle

Dabei trafen am selben Tag zwei weitere Faktoren zusammen: Tether kündigte an, erstmals eine Big-Four-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für ein vollständiges Audit der USDT-Reserven beauftragt zu haben, was Circles bisherigen Transparenzvorteil direkt unter Druck setzt.

Zusätzlich berichtete On-Chain-Ermittler ZachXBT, dass Circle USDC-Guthaben in 16 Hot Wallets von Börsen und Forex-Firmen eingefroren hatte, ohne die Wallets vorab verifiziert zu haben.

Das verstärkte die Debatte über Zentralisierungsrisiken bei USDC. ARK Invest verkaufte vier Tage vor dem Crash 5,9 Mio. US-Dollar in CRCL, kaufte aber nach dem Einbruch 16,3 Mio. US-Dollar nach.

Wie das Stablecoin Yield Verbot passive Renditen auf USDC-Guthaben unterbindet

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Der neue CLARITY Act Entwurf, auf den sich die Senatoren Thom Tillis und Angela Alsobrooks mit dem Weißen Haus geeinigt haben, verbietet Plattformen, Renditen auf Stablecoin-Guthaben anzubieten, die direkt oder indirekt einer Bankeinlage wirtschaftlich gleichkommen.

Die Formulierung lässt wenig Spielraum für Umgehungen. Aktivitätsbasierte Belohnungen wie Treueprogramme oder Promotions bleiben zwar erlaubt, aber passive Yield auf reine USDC-Holdings wird untersagt. Coinbase bietet derzeit 3,5 % Rendite auf Stablecoin-Guthaben, ein Anreiz der maßgeblich zur Adoption von USDC beigetragen hat.

Dabei ist eine entscheidende Nuance wichtig: Circle selbst verdient 96 % seiner Einnahmen aus Zinsen auf die US-Treasury-Reserven hinter USDC, zuletzt 733 Mio. US-Dollar im vierten Quartal 2025. Das Stablecoin Yield Verbot betrifft nicht diese Einnahmen, sondern nur deren Weitergabe an Endnutzer.

Circles Kerngeschäft bleibt unangetastet, aber die Wachstumsthese, dass USDC durch Yield-Angebote Marktanteile gewinnt, wird durch den Entwurf fundamental beschädigt. Der Entwurf ist allerdings noch nicht final, und Senatorin Alsobrooks betonte, dass die genaue Formulierung noch überarbeitet werden kann.

Warum Coinbase als USDC-Distributionspartner 10 Prozent mitfiel

Coinbase verlor am selben Tag rund 10 % an Wert, weil etwa 20 % der Unternehmenseinnahmen aus Stablecoin-bezogenen Aktivitäten stammen. Die Plattform ist der wichtigste Distributionskanal für USDC und verdient sowohl an der Yield-Weitergabe als auch an Transaktionsgebühren, die durch USDC-Holdings auf der Plattform entstehen.

Wenn passive Renditen wegfallen, sinkt der Anreiz, USDC auf Coinbase zu halten, was sowohl Einlagen als auch Transaktionsvolumen reduzieren könnte. Dabei zeigt der Circle Aktie Crash ein Muster, das über einen einzelnen Gesetzentwurf hinausgeht. Stablecoins sind erlaubnispflichtige Systeme, deren Funktionsumfang jederzeit durch regulatorische Entscheidungen eingeschränkt werden kann.

Wer Rendite auf ein Zahlungsmittel verspricht, das von einer zentralen Instanz herausgegeben wird, macht sich abhängig von der Erlaubnis dieser Instanz und der Regulierungsbehörden dahinter. Ein Geldsystem wie Bitcoin, das auf festen Regeln basiert statt auf politischen Kompromissen, braucht kein Yield-Versprechen, um gehalten zu werden, weil der Anreiz im fixen Angebot selbst liegt.

Wir berichteten über den GENIUS Act und die regulatorische Einordnung von Stablecoins in den USA.

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