Die CFTC hat Coinbase Clearing LLC am 28. September 2026 die Derivatives Clearing Genehmigung erteilt und den Weg für eine eigene, USDC-basierte Clearingstelle freigemacht.
CFTC-Genehmigung macht Coinbase zur regulatorischen Instanz
Die US-Terminmarktaufsicht CFTC hat Coinbase Clearing LLC am Montag, 28. September 2026, als Derivatives Clearing Organization zugelassen. Mit der Derivatives Clearing Genehmigung darf die Coinbase-Tochter vollständig besicherte Futures, Optionen und Swaps künftig selbst abwickeln. Die Anordnung stützt sich auf Section 5b des Commodity Exchange Act, unterschrieben von CFTC-Kommissionssekretär Christopher J. Kirkpatrick.
Coinbase Clearing hatte die Registrierung im November 2025 beantragt, inklusive Regelwerk und Compliance-Unterlagen. Mit der Zulassung besitzt Coinbase nun die komplette Kette: Futures-Broker, Terminbörse und eigene Clearingstelle. Das Unternehmen nennt die neue Einheit das erste US-Clearinghaus mit USDC-Sicherheiten und Abwicklung rund um die Uhr, begrenzt auf vollständig besicherte Kontrakte, nicht die gehebelten Produkte, die den Krypto-Handel sonst dominieren.
Zentralisierung contra Dezentralität: Das Infrastruktur-Dilemma
Mit der Derivatives Clearing Genehmigung wandert ein Stück Marktinfrastruktur, das sonst über unabhängige Häuser läuft, in die Hand eines einzelnen Börsenbetreibers. Coinbase listet die Kontrakte, vermittelt sie und wickelt sie nun auch ab, drei Funktionen, die an klassischen Terminbörsen meist getrennt sind.
Registrierte Clearingstellen führt die CFTC auf einer öffentlichen Übersichtsseite und verpflichtet sie auf Kernprinzipien zu Kapital, Risikomanagement und Governance. Befürworter sehen in der vertikalen Integration einen Effizienzgewinn, weniger Schnittstellen, kürzere Wege. Kritiker verweisen darauf, dass ein Anbieter damit Marktplatz, Makler und Sicherheitenverwaltung zugleich kontrolliert, ein Widerspruch zur ursprünglichen Idee einer Abwicklung ohne zentrale Mittelsinstanz.
Gegenparteirisiko in der zentralisierten Börse
Wer Derivate über eine zentrale Clearingstelle hält, trägt statt vieler Einzelrisiken ein gebündeltes Risiko gegenüber genau dieser einen Institution. Gerät sie in Schieflage, sind alle darüber abgewickelten Positionen betroffen, selbst wenn jeder Kontrakt einzeln besichert ist. Die CFTC-Auflagen begrenzen dieses Konzentrationsrisiko, ersetzen aber nicht die Eigenverwahrung, bei der Nutzer die Kontrolle über ihre Sicherheiten selbst behalten.
Für Bitcoin ändert die Genehmigung nichts an der Eigenschaft, dass sein Angebot unabhängig von jeder Clearingstelle auf 21 Mio. Einheiten begrenzt bleibt. Institutionelle Infrastruktur erleichtert den Zugang zu Derivaten, verlagert dabei aber Vertrauen von einem dezentralen Netzwerk zurück auf eine einzelne regulierte Gegenpartei.
Offen bleibt, ob die CFTC die Zulassung künftig auf gehebelte Produkte ausweitet. Bis dahin gilt die Derivatives Clearing Genehmigung ausschließlich für vollständig besicherte Kontrakte.
Wir berichteten über die vorherige CFTC-Zulassung, mit der Coinbase Zugang zu Perpetual Futures über Deribit erhielt.





