Gegen den tokenisierten Aktienhandel auf OKXICE haben neun US-Konzerne Widerspruch eingelegt, darunter CoreWeave, Broadcom und Verizon. Grundlage ist eine neue Ausnahmeregel der SEC.
CoreWeave, Broadcom und Verizon wehren sich gegen Handel auf OKX
Neun US-Konzerne haben Widerspruch gegen den tokenisierten Aktienhandel ihrer Papiere auf OKXICE eingelegt, das geht aus einer Mitteilung der Plattform vom Donnerstag, 15. Oktober, hervor. Neben CoreWeave, Broadcom und Verizon stehen AppLovin, Applied Digital, Rocket Lab, UnitedHealth, Applied Optoelectronics und Cerebras Systems auf der Liste.
OKXICE ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Kryptobörse OKX und der NYSE-Mutter Intercontinental Exchange, gegründet im Juni. Gründe für die Widersprüche nennt die Mitteilung nicht.
Am 4. Oktober hatte OKXICE 63 Ticker benannt, die es als Token anbieten will. Acht der neun Widersprechenden standen auf dieser Liste, Cerebras nicht. Einen Starttermin nennt die Plattform weiterhin nicht. Geplant bleibt der Handel mit Dutzenden US-Werten, darunter Nvidia, Apple, Microsoft und Tesla.
Neun Konzerne legen Widerspruch gegen tokenisierten Aktienhandel ein
Grundlage ist eine Ausnahmeregel der US-Börsenaufsicht. Am 17. September erließ die SEC die sogenannte Innovation Exemption, befristet auf fünf Jahre. Sie erlaubt Plattformen, tokenisierte Versionen börsennotierter US-Aktien zu handeln, ohne sich als Börse registrieren zu lassen.
Tokenisiert ein Dritter eine Aktie ohne Zutun des Unternehmens, muss die Plattform den Emittenten mindestens 30 Kalendertage vor Handelsbeginn informieren. Der Emittent hat dann 30 Tage Zeit für einen Widerspruch. Schweigen gilt als Zustimmung. Ein Widerspruch wirkt nur gegenüber der Plattform, die die Mitteilung verschickt hat.
Als einziges Unternehmen nannte Applied Optoelectronics gegenüber dem Wall Street Journal Gründe. Unklar sei, wie sich die Tokenisierung auf Kurs, Liquidität und Schwankungen der Aktie auswirke. Zudem könnten Anleger glauben, das Unternehmen unterstütze ein Angebot, das es weder initiiert noch gebilligt habe.
Tokenisierte Aktien: Wer die Kontrolle über den Handel behält
Der Streit zeigt, wer im tokenisierten Aktienhandel welche Interessen verfolgt. Plattformen verdienen am Handel rund um die Uhr, ohne die Pflichten einer klassischen Börse. Emittenten fürchten dagegen einen Markt, auf dem ihre Aktie ohne ihre Zustimmung gehandelt wird. Selbst Nasdaq will die eigene Aktie dort nicht sehen, weil solche Plattformen keine Echtzeit-Bestpreise zeigen und nicht an das konsolidierte Kursband melden.
Der Markt für tokenisierte Aktien wuchs von rund 680 Mio. US-Dollar zu Jahresbeginn auf etwa 3,5 Mrd. US-Dollar am 15. Oktober. Die SEC-Regel ist dabei eine befristete Ausnahme, keine endgültige Regulierung.
Für den tokenisierten Aktienhandel bleibt die Ausnahme damit ein Testlauf, dessen dauerhafte Regeln die SEC erst noch festlegen will. Ob weitere Emittenten bis Fristende widersprechen, ist offen.
Ein Aktien-Token bleibt ein Anspruch gegenüber Verwahrer und Plattform, deren Spielraum die Aufsicht jederzeit enger fassen kann. Wer die Aktie selbst im Depot hält, ist von diesem Streit nicht betroffen.
Wir berichteten über die IWF-Analyse zu Nachfrage und Handel tokenisierter Aktien.





