Das Ende des Goldstandards begann mit dem Ersten Weltkrieg, als Staaten die Goldeinlösung aussetzten, um den Krieg zu finanzieren. Der Beitrag erklärt, wie aus hartem Geld Papiergeld wurde, warum Inflation als verdeckte Kriegssteuer wirkt und was das für Deutschland 2026 und für Bitcoin bedeutet.
Warum der Krieg den Goldstandard sprengte
Das Ende des Goldstandards begann mit dem Ersten Weltkrieg. Bei Kriegsbeginn 1914 setzten fast alle beteiligten Länder die Goldeinlösung aus, weil sich ein großer Krieg nicht über laufende Steuern bezahlen ließ. Die feste Bindung an Gold hätte die Ausgaben begrenzt, also gaben die Regierungen sie auf.
Damit endete die internationale Geldordnung, die zuvor jahrzehntelang feste Wechselkurse und stabilen Handel getragen hatte. An ihre Stelle trat Geld, dessen Menge nicht mehr durch Goldreserven gedeckt war.
Papiergeld als Mittel der Kriegsfinanzierung
Ohne Goldbindung konnten Notenbanken Staatsschulden aufkaufen und neues Papiergeld in Umlauf bringen. So wurde die Notenpresse zum stillen Finanzierungsmittel des Krieges, ergänzt durch Anleihen und Steuern. Wie Staaten über das Drucken von Geld ihre Ausgaben decken, beschreibt River Learn unter https://river.com/learn/understanding-fiat-currencies/.
Die Folge war steigende Inflation, in einigen Ländern bis zur Hyperinflation wie in Deutschland 1923. Der Versuch, nach dem Krieg zum Gold zurückzukehren, scheiterte, und der eigentliche Abwertungswettbewerb folgte erst in den 1930er Jahren.
Inflation als verdeckte Kriegssteuer
Der Kern ist eine Umgehung. Statt die Bürger offen über Steuern zu belasten, finanziert der Staat über neues Geld, dessen Kaufkraft sinkt. Ludwig von Mises beschrieb Inflation deshalb als verdeckte Steuer, die ohne Abstimmung erhoben wird. Saifedean Ammous deutet 1914 als den Bruch, der die Tür zum dauerhaften Fiat-Geld öffnete.
Das Muster wirkt bis heute, wenn auch in anderer Form. In Deutschland steigt der Verteidigungsetat 2026 auf rund 108 Mrd. Euro, einen Höchststand seit dem Kalten Krieg, finanziert vor allem über neue Schulden, nachdem Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse ausgenommen wurden. Anders als 1914 kann Deutschland kein Geld selbst drucken, da die Geldpolitik bei der Europäischen Zentralbank liegt.
Aus Sicht der Österreichischen Schule bleibt die Sorge dieselbe. Schuldenfinanzierte Rüstung verschiebt Kosten in die Zukunft und kann den Druck zu einer lockeren Geldpolitik erhöhen. Das ist eine theoretische Einordnung und keine Prognose, denn ob daraus höhere Inflation folgt, hängt von vielen Faktoren ab.
Bitcoin lässt sich vor diesem Hintergrund einordnen. Ein festes, regelbasiertes Angebot kann keine Instanz still ausweiten, um Ausgaben zu verstecken, sodass Kosten als sichtbare Schuld stehen bleiben statt als schleichende Entwertung. Einzuschränken ist, dass der Staat seine Zwangsmacht behält. Er kann Bitcoin besteuern, beschränken oder verbieten, so wie Gold 1933 konfisziert wurde. Bitcoin nimmt also den Hebel der Geldentwertung, nicht die Macht des Staates insgesamt.
Im vorherigen Bildungsartikel berichteten wir über die Kaufkraftverluste von Fiat-Währungen.





