Das Konsortium Qivalis hat einen Euro-Stablecoin von 37 Banken angekündigt. Gestartet ist davon nichts, der Plan steht unter dem Vorbehalt einer behördlichen Lizenz.

In Kürze

  • 37 europäische Banken bündeln im Konsortium Qivalis einen geplanten Euro-Stablecoin.
  • Der Token ist noch nicht gestartet und braucht eine Lizenz der niederländischen Zentralbank DNB.
  • Als tokenisiertes Fiat erbt er die Eigenschaften des Euro, anders als das knappe Bitcoin.

Einen Euro-Stablecoin von 37 Banken hat das Konsortium Qivalis am 20. Mai 2026 angekündigt. Die Gruppe umfasst Institute aus 15 Ländern. Gestartet ist davon nichts, der Plan steht unter dem Vorbehalt einer behördlichen Lizenz.

37 Banken, ein Euro-Stablecoin, eine zentrale Aufsichtsstruktur

Hinter dem geplanten Euro-Stablecoin stehen Banken wie ABN Amro, Intesa Sanpaolo, ING und die Raiffeisen Bank International. Träger ist die in Amsterdam ansässige Gesellschaft Qivalis, die als E-Geld-Institut von der niederländischen Zentralbank DNB zugelassen werden will. Erst nach dieser Genehmigung soll der Token in der zweiten Jahreshälfte 2026 ausgegeben werden.

Der Token soll im Verhältnis 1:1 gedeckt sein, mindestens 40 % über Bankeinlagen, der Rest über liquide Anleihen. Das berichtet die beteiligte CaixaBank. Jeder Baustein, also Emittent, Lizenzgeber und Verwahrer, ist ein zentraler Punkt, an dem ein Konto gesperrt werden kann.

Euro-Stablecoin der Banken gegen die Dollar-Dominanz im Stablecoin-Markt

Das erklärte Ziel ist die Dollar-Dominanz im Stablecoin-Markt. Rund 98 % aller Stablecoins sind an den US-Dollar gekoppelt, der größte Euro-Stablecoin liegt bei nur etwa 434 Mio. US-Dollar. Mit dem Euro-Stablecoin der Banken will Europa diese Lücke schließen.

Eine Ankündigung von 37 Banken ist aber noch keine Akzeptanz im Markt. Der Token muss erst zugelassen, ausgegeben und tatsächlich genutzt werden. Der geplante digitale Euro der EZB ist davon zu trennen, denn er ist Zentralbankgeld und soll erst gegen Ende des Jahrzehnts kommen.

Euro-Stablecoin der Banken erbt jede Schwäche des Euro

Der Euro-Stablecoin der Banken erbt jede Eigenschaft des Euro, auf den er lautet. Ein Stablecoin ist tokenisiertes Fiat, eine digitale Hülle für staatliches Geld. Verliert der Euro an Kaufkraft, verliert auch der Token an Kaufkraft.

An der Geldmenge ändert die Tokenisierung nichts, die Zentralbank kann den Euro weiter ausweiten. Hinzu kommt die Kontrolle, denn wer den Token ausgibt und verwahrt, kann ihn sperren und Adressen ausschließen. Genau hier zeigt sich der Unterschied zu Bitcoin mit seinem fest programmierten Angebot von 21 Mio. Einheiten ohne zentrale Stelle. Ein Euro-Stablecoin digitalisiert das bestehende Geld samt seiner Schwächen, Bitcoin setzt dem ein knappes und erlaubnisfreies Geld entgegen.

Wir berichteten über die Forderung der Bundesbank nach Euro-Stablecoins gegen die Dollar-Dominanz.

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